Wahlmotive bei der BP-Wahl 2016

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Hofer wurde vielfach wegen seiner Jugend gewählt, Griss wegen ihrer Unabhängigkeit
Hofer wurde vielfach wegen seiner Jugend gewählt, Griss wegen ihrer Unabhängigkeit - © APA/AFP/DIETER NAGL / APA/HANS KLAUS TECHT
Warum haben Herr und Frau Österreicher bei der BP-Wahl so gewählt, wie sie gewählt haben? Wir haben die Wahlmotive im Überblick für Sie.

Der Sieger des 1. Wahlgangs, Norbert Hofer, hat vor allem mit seiner Jugend gepunktet. In einer Wahltagsbefragung von Public Opinion Strategies gaben 30 Prozent an, den FPÖ-Kandidaten gewählt zu haben, weil jung und dynamisch sei und die Anderen zu alt seien. In der Stichwahl würde er gegen Irmgard Griss derzeit neun Prozentpunkte, gegen Alexander Van der Bellen drei Punkte zurückliegen.

Hofer punktete mit Jugend und Sympathie

Das zweitwichtigste Motiv für Hofer  bei der BP-Wahl war, dass er sympathisch sei. Nur 14 Prozent nannten die Asylpolitik als Wahlgrund für den FPÖ-Kandidaten. Griss wurde von 40 Prozent gewählt, weil sie unabhängig und parteilos ist. Für 23 Prozent war das Wahlmotiv, dass sie eine Frau ist. Van der Bellen wurde von 25 Prozent gewählt, weil er ihre politischen Einstellungen und Werte vertritt. Für Rudolf Hundstorfer war das stärkste Wahlmotiv mit 41 Prozent, dass er der SPÖ-Kandidat ist und man Stammwähler sei. Der ÖVP-Kandidat Andreas Khol punktete vor allem mit seiner Erfahrung und Kompetenz (29 Prozent).

Griss hat ihre Wähler von allen politischen Parteien geholt – 27 Prozent von der ÖVP, 20 Prozent von den NEOS, 19 Prozent von den Grünen, 13 Prozent von der FPÖ, 12 Prozent von der SPÖ. Die Parteikandidaten haben naturgemäß den Großteil ihrer Wähler aus dem eigenen Reservoir geschöpft: Hundstorfer hat 92 Prozent seiner Wähler von der SPÖ, Khol 87 Prozent von der ÖVP, Hofer 89 Prozent von der FPÖ und immerhin sechs Prozent von der ÖVP, Van der Bellen hingegen nur 60 Prozent von den Grünen sowie 14 Prozent von der SPÖ und 12 Prozent von der ÖVP.

Viele Wähler bei BP-Wahl spät entschlossen

Knapp ein Fünftel der Wähler (19 Prozent) hat die Entscheidung erst in den letzten Tagen vor der Wahl getroffen. Bei den Griss-Wählern waren es 28 Prozent, bei den Van der Bellen-Wählern nur 13 Prozent.

Für die Stichwahl hat Hofer laut der Umfrage noch etwas aufzuholen. Sollte er gegen Van der Bellen antreten, könnte er demnach derzeit mit 40 Prozent, der von den Grünen unterstützte Kandidat mit 43 Prozent rechnen. Etwas größer wäre Hofers Rückstand derzeit gegenüber Griss. In einer solchen Stichwahl käme der FPÖ-Kandidat derzeit auf 37 Prozent, die unabhängige Kandidatin auf 46 Prozent. Public Opinion Strategies hat für die Wahltagsbefragung 1.000 Personen ab 16 Jahren vom 20. bis 23. April im Auftrag des Privat-TV-Senders ATV befragt.

Grafik zu den Wahlmotiven

 

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>> UPDATE: Sehen Sie hier das endgültige Endergebnis nach Auszählung der Wahlkarten.

(apa/red)

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