Von Peter Pilz verteidigter Flüchtling wohl bereits abgeschoben

Pilz trat auch medial für den Flüchtling ein.
Pilz trat auch medial für den Flüchtling ein. - © APA/HELMUT FOHRINGER
Erst vor wenigen Tagen setzte sich Politiker Peter Pilz für den Verbleib eines afghanischen Flüchtlings ein. Wie sich nun zeigt, dürfte dieser bereits abgeschoben worden sein.

Der Flug nach Istanbul sei für Mittwochnachmittag anberaumt gewesen, hieß es vonseiten seiner Fraktion gegenüber der APA. Zuvor hatte Pilz noch einmal Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) verbal attackiert und rechtliche Schritte in den Raum gestellt.

Folge-Asylantrag hat nichts gebracht

Auch ein Folge-Asylantrag für den Mann, der sich bereits in Schubhaft befunden hatte, hat offensichtlich nicht vor der Abschiebung geholfen. Das Innenministerium äußerte sich wie immer nicht zu dem Einzelfall. Pilz schoss aber ein weiteres Mal gegen den Minister: “Sind wir so weit, dass man gut integrierte Flüchtlinge gleichzeitig vor den Taliban und vor Herbert Kickl schützen müssen?” Derzeit prüfe man mögliche Schritte wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauchs, sagte er zur APA.

Kickl: Verfahren sollen beschleunigt werden

Kickl selbst hatte sich schon zuvor im ORF-“Report” zum Fall geäußert. Man bemühe sich, Verfahren zu beschleunigen, sagte der Innenminister. Er erwartet sich auch vom politischen Gegner, der dem ja auch etwas abgewinnen könne, Unterstützung, wenn es um Rückführungen gehe. Zum Vorwurf von Pilz, es handle sich im konkreten Fall um eine Art amtlichen Mordversuchs, meinte Kickl, dies sei “schon fast ein politischer Amoklauf”.

(APA/red)

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