Voices for Refugees: Strache kontert Campino und zweifelt Zahlen an

Von Daniela Herger
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HC Strache wurde von Campino verbal attackiert - und wehrt sich jetzt
HC Strache wurde von Campino verbal attackiert - und wehrt sich jetzt - © APA/HELMUT FOHRINGER / VIENNA.at/Florian Wieser
Tausende Menschen strömten am Samstag zum Flüchtlings-Solidaritätskonzert “Voices for Refugees” am Heldenplatz, wo unter anderem die Toten Hosen auftraten. Sänger Campino fand dabei kritische Worte gegenüber FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache – welcher nun auf Facebook konterte.

Die Toten Hosen waren Headliner beim Voices for Refugees – und Sänger und Frontmann Campino ließ es sich nicht nehmen, einerseits seiner Begeisterung für das Event Ausdruck zu verleihen, andererseits Kritik an FPÖ-Obmann HC Strache zu üben. Er wandte sich direkt an diesen und forderte ihn auf, das Lied seiner Band “Tage wie dieser” nicht mehr bei FPÖ-Veranstaltungen zu spielen.

“Lasst euch Wien von Strache nicht wegnehmen”

“Herr Strache. Unterlassen Sie das! Dieses Lied ist nicht für Sie geschrieben!” so Campinos Botschaft an die FPÖ. Zudem erging ein Appell an das Publikum. “Lasst euch diese Stadt nicht wegnehmen von diesem Karl Heinz-Christian [sic!] Strache. Würde unter ihm so ein Abend möglich sein?” so Campino mit Verweis auf die bevorstehende Wahl in Wien. Er kickte zudem einen Luftballon mit dem Konterfei des FPÖ-Chefs von der Bühne.

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Bereits bei der vorangegangenen Demonstration “Flüchtlinge willkommen” hatte Campino die Abschlusskundgebung vor dem Parlament besucht und dort seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass das Event “Strahlkraft auch in andere Länder” haben könnte. “Das ist einfach groß”, sagte er. Strache bedachte er bereits bei dieser Gelegenheit mit einem lauten “Fuck!”

Campino begeistert von “Voices for Refugees”

“Ihr seid so eine tolle Stadt. (…) Ihr habt als erste so etwas in dieser Dimension auf die Beine gestellt”, so das Lob von Campino. Als eine Art Lichtermeer durch tausende in die Luft gehaltene leuchtende Handys entstand, konstatierte der Tote Hosen-Frontmann freudig:  “Dieses Bild soll um die Welt gehen!”

HC Strache kritisierte “primitive Beleidigungen”

Der Konter des FPÖ-Chefs ließ nicht lange auf sich warten. Strache wehrte sich auf Facebook gegen “primitive Beleidigungen und Beschimpfungen” und attestierte Campino Niveaulosigkeit. Nebenbei zweifelte er die Teilnehmerzahlen bei den beiden Events an.

HC Strache antwortet Campino: Primitive Beleidigungen und Beschimpfungen sind die Argumente jener, welche über keine…

Posted by HC Strache on Saturday, October 3, 2015

Verwirrung um Teilnehmerzahlen

Was bei den 20.000 bzw. 150.000 kolportierten Teilnehmern für Verwirrung zu sorgen scheint, ist die Tatsache, dass es sich um zwei verschiedene Events handelte, die am Abend am Heldenplatz zusammenliefen. Die Demonstration “Flüchtlinge willkommen”, die ab dem Nachmittag über die Mariahilfer Straße zum Parlament zog, soll nach offiziellen Polizeiangaben mehr als 20.000 Personen umfasst haben. Laut den Organisatoren seien es sogar 60.000 gewesen. Die Polizei war mit 400 Beamten im Einsatz, die gesamte Kundgebung verlief ohne Zwischenfälle.

Am Abend beim Flüchtlings-Solidaritätskonzert “Voices for Refugees” stieg dann die Besucherzahl von zunächst erwarteten 50.000 auf 100.000 Menschen an. Erich Fenninger, Präsident der Volkshilfe, Veranstalter der Kundgebung, und Organisator Ewald Tatar, Chef von Nova Music Entertainment, hatten zuvor 150.000 Besucher verkündet. Laut Polizei waren über den Tag bis zu 120.000 Menschen anwesend. Wer erst nach 21:30 kam, erhielt wegen Überfüllung sogar keinen Zutritt mehr zum Veranstaltungsgelände, wie einige Besucher berichteten.

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>>Mehr zu “Voices for Refugees”

(red)

 

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