Virgin Mountain – Kritik und Trailer zum Film

Virgin Mountain – Kritik und Trailer zum Film
Fúsi (Gunnar Jonsson) ist ein Berg von einem Mann. 43 Jahre alt, schwer übergewichtig, Jungfrau und noch bei seiner Mutter lebend, hat sich der gutmütige Einzelgänger in seinem monotonen Leben soweit eingerichtet. Bis er ungewöhnliche Freundschaft mit einem Nachbarsmädchen schließt und bei einem Tanzkurs die quirlige Sjöfn kennenlernt – und nicht nur sein Leben neu zu ordnen beginnt.

Der Titel kommt nicht von ungefähr: Fusi, Protagonist in Dagur Karis viertem Film “Virgin Mountain”, ist ein Berg von einem Mann. 43 Jahre alt, schwer übergewichtig, Jungfrau und noch bei seiner Mutter lebend, bahnt sich der gutmütige Einzelgänger dank zweier prägender Begegnungen seinen Weg aus dem Alltagstrott. Am Freitag startet die herzerwärmende isländische Tragikomödie in unseren Kinos.

Kurzinhalt zum Film

Das Leben von Fusi (Gunnar Jonsson) ist eingespielte, triste Routine. Mit 43 Jahren lebt der füllige, schüchterne Einsiedler noch immer bei seiner Mutter, hatte noch nie eine Freundin. Am Flughafen arbeitet er als Gepäckfahrer, wird wegen seines Umfangs und Jungfrau-Daseins von seinen gehässigen Kollegen schikaniert, ist selbst noch nie weggeflogen. Das Exotischste in seinem Leben ist das wöchentliche Pad Thai, das er jeden Freitag im China-Restaurant isst; der einzige Kontakt abseits seiner Mutter und seinem einzigen Freund Rolf ist der Radiomoderator, bei dem er sich regelmäßig telefonisch ein Heavy-Metal-Lied bestellt. Daneben gilt sein Interesse einzig dem Zweiten Weltkrieg, dessen größte Schlachten er mit liebevoll bemalten Miniaturfiguren und -panzern nachstellt.

In den Line-Dance-Kurs, für den Fusi vom unsympathischen Freund seiner Mutter zum Geburtstag einen Gutschein bekommt, traut er sich erst nicht. Doch vor dem Eingang lernt er die lebhafte Sjöfn (Ilmur Kristjansdottir) kennen, die so gar keine Berührungsängste zeigt und in Fusi die Hoffnung einer späten ersten Liebe weckt. Aus seiner Schale lockt ihn auch das Nachbarsmädchen Hera (Franziska Una Dagsdottir), das verzweifelt Anschluss sucht und Gefallen an Fusis Miniatur-Schlachtfeld findet. Doch was sich zu zarten Freundschaften zu entwickeln scheint, wirft den stillen Riesen bald zurück: Wegen seines Kontakts zu Hera wird er im Wohnblock schnell als Pädophiler verdächtigt und gemieden. Und als er für Sjöfn über seinen Schatten springt und eine gemeinsame Reise bucht, reagiert diese abweisend. Schnell stellt sich heraus, dass die Exzentrikerin eine noch gebrochenere Seele ist als Fusi – und ihn dringender braucht als er sie.

Kritik zu “Virgin Mountain”

Mit für nordische Filme gewohnt lakonischem Humor und sehr viel Zuneigung für seine Titelfigur erzählt der junge isländische Regisseur Dagur Kari (“Ein gutes Herz”, “Noi Albinoi”) mit “Virgin Mountain” vom späten Erwachsenwerden und der schwierigen Emanzipation aus der eigenen Wohlfühlzone. Gunnar Jonsson, in seiner Heimat ein beliebter TV-Comedian, ist hinreißend und glaubwürdig als stiller, verletzlicher Riese, dessen Herz noch größer ist als sein Körperumfang. Ganz subtil lässt Jonsson uns erahnen, was der scheue Fusi in einem weiteren Moment der Ablehnung, oder auch einem seltenen Moment des Glücks wohlfühlen mag.

Beim Tribeca Film Festival gab es für den charmant leichtfüßigen Film trotz schweren Themen Auszeichnungen für den besten Film, das beste Drehbuch und den besten Hauptdarsteller.

Trailer zum Film:

(APA/Red)

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