Vienna’s Startups: Mondschein Events mischen Wiener Veranstaltungsszene auf

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Wien’s erster Nachtflohmarkt
Wien’s erster Nachtflohmarkt - © Philipp Lipiarski, goodlifecrew
Der Mondscheinbazar in der ehemaligen Anker-Expedithalle, der Street Kitchen Food Market in der Marx-Halle, und das Street Food Cinema auf der Hohen Warte – Wien’s Veranstaltungskalender ist im letzten Jahr um einige neue und sehr spannende Events reicher geworden. Bedanken dürfen wir uns dafür bei Roman Groiss und Gabor Hillinger, die mit Mondschein Events ihre Leidenschaft zum Beruf machten.

Wie kam es zum ersten Mondscheinbazar?

Bereits im zarten Alter von 16 Jahren entdeckte Roman Groiss seinen Unternehmergeist. Er betrieb einen Online Shop für Punkbekleidung und rief gemeinsam mit Gabor Hillinger die Veranstaltung „Rolling STP“ in seiner Heimatstadt St. Pölten ins Leben, bei der verschiedene Punkrockbands auftraten, ein Comic-Artist seine Werke vorstellte und eine Modenschau die neueste Punkmode präsentierte. „Mich hat es schon immer fasziniert, Leute zusammen zu bringen, interessanten Menschen eine Bühne zu bieten und für den Besucher ein Erlebnis zu schaffen.“, erklärt Roman.

© Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.atLangzeitfreunde und Geschäftspartner: Gabor Hillinger und Roman Groiss, Foto © Philipp Lipiarski, goodlifecrew

Nach seiner Lehre im Reisebüro, seinem Tourismusstudium an der FH Wien und zahlreichen besuchten Veranstaltungen, zog es Roman während seines Masterstudiums nach München. Dort entdeckte er den Nachtflohmarkt „Nachtkonsum“, der in acht deutschen Städten veranstaltet wird. Wieder zurück in Wien adaptierte Roman das Konzept und erweiterte das Ausstellerportfolio um junge Künstler, lud eine Band zur Unterhaltung ein und veranstaltete den ersten Mondscheinbazar im Oktober 2014. Statt den erwarteten 500-800 Besuchern stürmten 2500 Vintagemarkt-Hungrige den Mondscheinbazar und die Anfragen für den nächsten Termin ließen nicht lange auf sich warten. Seither konnte man sich jeden zweiten Monat an Wien’s ersten Nachtflohmarkt erfreuen.

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Pioniere am Wiener Streetfood Markt

Selbst ein Streetfood Liebhaber nahm Roman die vielen Anfragen von Gastronomen als Anlass, den Street Kitchen Food Market ins Leben zu rufen. „Wir dachten, einen Streetfood Markt zu organisieren würde sich von der Organisation unseres Nachtflohmarkts nicht groß unterscheiden. Da wurden wir während der Organisation eines Besseren belehrt, der Aufwand war ca. 10x so hoch.“, erzählt Roman. Der Street Kitchen Food Market zog über zwei Tage mehr als 12.000 Menschen in die Marx-Halle.

 

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Die Wiener Streetfood Szene ist sehr jung und wächst momentan explosionsartig an. Der Street Kitchen Food Market war die erste Veranstaltung dieser Art in Wien. Roman freut sich, die Szene mitzugestalten: „Manche Foodtrucks haben an diesem Wochenende überhaupt erst das erste Mal etwas verkauft! Wir lernen bei jedem Event voneinander und tauschen laufend Tipps und Ideen mit den Gastronomen aus.“

 

Der Gast ist König

Vorherzusagen, mit wievielen Besucher man rechnen sollte, ist kein einfaches Unterfangen. „Bei den ersten Mondscheinbazaren waren die Zusagen bei unseren Facebook-Events ein guter Richtwert.“, erinnert sich Roman. „Nachdem beim letzten Nachtflohmarkt aus den 12.000 Zusagen 2500 tatsächliche Besucher hervorgingen, wussten wir, dass wir uns darauf auch nicht wirklich verlassen konnten.“ Diese Unsicherheit stellt das Team bei jeder Veranstaltung vor eine große Herausforderung. „Wir sind auf eine gewisse Anzahl an Besuchern angewiesen. Die Ausstellergebühren alleine decken nicht die gesamten Kosten ab.“

Für das Team ist es essentiell, die Besucher bei Laune zu halten und immer wieder etwas Neues anzubieten. „Als Eventveranstalter muss man sich immer wieder neu erfinden.“, so Roman. Aus diesem Bedürfnis heraus entstand das Streetfood Cinema auf der Hohen Warte. An jedem Sonntag im August konnte man sich ab 14 Uhr von 30 Streetfood Artists verköstigen lassen und sich bei Einbruch der Dunkelheit gemütlich einen Kinofilm auf der Open-Air Leinwand zu Gemüte führen. Der Mondscheinbazar wurde um Tanzperformances von Burlesque-Tänzerinnen erweitert, um den Gästen ein neues Highlight zu bieten. Roman zwinkert: „Ich habe außerdem schon wieder neue Veranstaltungskonzepte im Kopf. Neue Erlebnisse garantiert!“

© Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.atDas Streetfood Cinema auf der Hohen Warte, Foto © Philipp Lipiarski, goodlifecrew

 

Die liebe Bürokratie

Der Weg durch den österreichischen Behördendschungel ist auch nicht so gerade, wie man es sich wünschen würde. „Weder beim Mondscheinbazar noch beim Street Kitchen Food Market waren sich die Behörden einig, ob es sich um eine Veranstaltung oder einen Markt handelt, wofür jeweils eine andere Behörde zuständig war. Erst als wir beschlossen hatten, eine Band spielen zu lassen, war klar, dass es sich um eine Veranstaltung handelte und wir diese auch bei der Veranstaltungsbehörde anmelden konnten.“, erinnert sich Roman an das lange Hin und Her.

Rasches Wachstum gibt es nicht nur bei Technologie-Startups

Den ersten Mondscheinbazar hat das Team mit einem Budget von 2.500 Euro geplant. Mittlerweile geht es um das 10-fache. „Wir haben gelernt, dass es wichtig ist, auf dem Boden zu bleiben.“, gesteht Roman. Im Mai verschlug es den Mondscheinbazar in die Marx-Halle. „Das war einfach zu groß. Das war nicht mehr der gemütliche Mondscheinbazar, der Charakter ging verloren.“ Der Nachtflohmarkt kehrt nach seiner Sommerpause im Oktober wieder in seine Heimat, der ehemaligen Anker-Expedithalle, zurück.

Wie geht es weiter?

Roman und Gabor haben einige Meilensteine für das kommende Jahr geplant. Ein erster Mitarbeiter soll das Team vor allem bei der Suche von Sponsoren unterstützen. „Wir möchten es schaffen, Sponsoren an Land zu ziehen, damit wir den Eintritt für die Besucher kostenfrei anbieten können und auch, um unser persönliches finanzielles Risiko zu minimieren.“, erzählt Roman von den Zukunftsplänen. Neben eigenen Eventkonzepten möchte das junge Unternehmen außerdem Kundenaufträge lukrieren. „Die eigenen Konzepte machen extrem viel Spaß, bezahlen aber nur gerade so unsere Rechnungen.“, gibt Roman zu. Die beiden Veranstalter haben ihre vorherigen Jobs gekündigt und widmen sich seit fast einem Jahr voll und ganz der Gestaltung von Erlebnissen. „Unsere größte Motivation sind zufriedene Gäste und Aussteller. Diese Motivation braucht man im Auf und Ab des Eventbusinesses. Aber wenn man dann bei der eigenen Veranstaltung steht und sich denken kann, ‚Boah, wie cool!’ und die vielen zufriedenen Gesichter sieht, dann sind alle Schwierigkeiten wie weggeblasen.“ Danke, Roman!

Der nächste Mondscheinbazar findet übrigens am 17. Oktober 2015 in der ehemaligen Anker-Expedithalle statt. See you there!

© Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.at

Roman Groiss, Foto © Philipp Lipiarski, goodlifecrew

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