Vienna´s Start-ups: kiweno

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Mitgründer Bianca Gfrei und Dr.med. Roland Fuschelberger präsentieren den Selbsttest
Mitgründer Bianca Gfrei und Dr.med. Roland Fuschelberger präsentieren den Selbsttest - © Andreas Kowacsik
Ein kurzes Piksen in den Zeigefinger und bald darauf eine detaillierte Diagnose bezüglich der eigenen Gesundheit erhalten und das ohne zum Arzt zu gehen? Klingt verlockend und ist heute dank dem Wiener Start-Up kiweno möglich.

Ein Selbsttest für Nahrungsmittelunverträglichkeiten soll langfristig dazu führen, dass die Menschen ihre Gesundheit vermehrt wieder in die eigenen Hände nehmen.

Mitgründer Bianca Gfrei und Dr.med. Roland Fuschelberger präsentieren den Selbsttest Ó Andreas Kowacsik

Was macht kiweno?

Das Wiener Start-up kiweno bietet einen Test an, den man sicher und unkompliziert von Zuhause aus durchführen kann. Untersucht wird die Verträglichkeit von 70 Nahrungsmitteln. In einer kleinen Box befindet sich ein Tester, der es einem ermöglicht sich selber ein paar Tropfen Blut zu nehmen. Die eingesandten Tropfen werden in einem standardisierten Laborverfahren analysiert. Anschließend erhält man keinen Papierstapel mit unterschiedlichen Ergebnissen, die man kaum versteht, sondern kiweno bereitet die Ergebnisse online auf und liefert verständliche Aussagen. Bianca (CEO) sagt: „Wir denken, dass Menschen ihre Gesundheit und ihr Verhalten erst ändern können, wenn sie auch verstehen, was eigentlich mit ihrem Körper passiert und was die Unverträglichkeiten für sie bedeuten. Wenn man beim Arzt ein Laborergebnis erhält, weiß man das in vielen Fällen nicht wirklich.“ Die Ergebnisse werden so übersetzt, dass von Jugendlichen bis zur Seniorin alle die Informationen und Konsequenzen verstehen können. Die eigenen Daten sollen immer griffbereit sein und werden Online auf der eigenen Plattform bereitgestellt. Ein langes Rätseln, ob man ein gewisses Lebensmittel essen darf oder nicht, gibt es nicht mehr. Die Antwort findet man auf dem Smartphone. Die Plattform informiert einerseits über die eigenen Unverträglichkeiten, bietet andererseits Ernährungstipps und eine Ernährungsberaterin steht für Fragen zur Verfügung.

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Die kiweno Plattform und der Selbsttest (c) kiweno

Wie entsteht eine solche Idee?

Der Grund ist relativ pragmatisch – aus eigener Betroffenheit. Bianca hatte den Verdacht an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit zu leiden. Sie musste einen regelrechten Ärztemarathon hinter sich bringen, bevor sie herausgefunden hatte, woher ihre Beschwerden kamen. Nach der Ernährungsumstellung ging es ihr sofort besser. Gemeinsam mit dem Arzt, der bei ihr die Unverträglichkeit diagnostiziert hat und einem ihrer ältesten Freunde fing Bianca an, über die Vereinfachung solcher Tests nachzudenken. Diese erste Idee ist 2013 während des Studiums entstanden. Das Ganze hat als kleines Projekt begonnen. Im Zentrum stand die Lösung des konkreten Problems und kein Businessmodell. Doch eines führte zum anderen. Im Jahr 2014 war das kiweno Team zum ersten Mal auf einer Messe vertreten. Das junge Team erhoffte sich vielleicht fünf der fünfzehn mitgebrachten Testpakete zu verkaufen. Innerhalb von zwei Stunden waren sie ausverkauft. Die Resonanz war groß. Das war der Moment, in dem sich die Ideengründer entschieden, ihre anderen Jobs aufzugeben und ihre ganze Energie in kiweno zu investieren. Heute finanzieren sie ihr Unternehmen mit dem Verkauf der Testpakete.

Wer steckt hinter kiweno?

Gegründet wurde das Unternehmen von Bianca Gfrei, Robert Fuschelberger und Dr.med. Roland Fuschelberger. Zu dritt haben sie die zwei Jahre Gründerzeit gemeistert. In diesem Jahr ging es für kiweno so richtig los. Über den Sommer konnten die Gründer auf Grund des positiven Feedbacks und Erfolges ihr Team verdreifachen. Heute arbeiten 15 Personen in dem Unternehmen. Ein Teil des Teams befindet sich in Innsbruck. Bianca spricht vom Kiwi-Power-Spirit, der ihr Team verbindet. Gemeinsam haben die meisten eine persönliche Betroffenheit, sprich sie leiden unter Unverträglichkeiten. Ein Blick in den Bürokühlschrank verdeutlicht das. Es finden sich zehn Milchersatzprodukte, aber keine normale Milch. Das interne Teammotto ist „gesund, aber nicht spaßbefreit“. Ein Augenzwinkern gehört im Arbeitsalltag zum festen Bestandteil.

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Gründerteam Bianca Gfrei, Robert Fuschelberger (c) Blitzkneisser und ihr Team (c) kiweno

Wie geht es weiter?

Bisher gab es von kiweno den Unverträglichkeitstest. In diesen Tagen lanciert das Unternehmen den Histamin-Test. Die Ergebnisse der beiden Tests werden in einem Profil miteinander verknüpft. Langfristig will kiweno das Gesundheitsdenken der Menschen verändern. Bianca spricht von ihrer Vision und sagt: „Wir wollen, dass die Menschen wieder die Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen. Sie sollen die Gesundheit in die eigene Hand nehmen und nicht zum Arzt gehen und sich dort einfach vorschreiben lassen, welche Pillen zu nehmen sind. “ Die entsprechenden Tools und Services will kiweno bieten. In der Zukunft werden sie alle möglichen Tests, die man über Blut und Speichel durchführen kann, analysieren und ihr Angebot je nach dem Ausweiten. Die eigene Plattform soll ausgebaut und die App im nächsten Jahr auf den Markt gebracht werden.

1030 Innovation, Mariana Wirz

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