Viennale 09 endet mit Coen-Brüdern

Viennale 09 endet mit Coen-Brüdern
Das große Wiener Filmfestival feierte mit Werken von Woody Allen und den Coen-Brüder einen erfolgreichen Abschluss.

Zum Abschluss schöpft die Viennale noch einmal aus dem Vollen. Woody Allens “Whatever Works” und als Abschlussfilm “A Serious Man” von Joel und Ethan Coen standen in den letzten Tagen des Filmfestivals auf dem Programm. Ob es die beiden Komödien auch in die Viennale-Retrospektive “The Unquiet American” im Filmmuseum geschafft hätten, bleibt zu bezweifeln, denn US-Kurator Jonathan Rosenbaum hatte dezidiert das Hinterfragende und Zersetzende bei seinen “transgressive comedies” im Sinn. Die Retro, die ebenso wie das Festival morgen, Mittwoch, zu Ende geht, verzeichnete knapp 5.900 Besucher und damit um 35 Prozent mehr als im Vorjahr.

Filmmuseums-Direktor Alexander Horwath zeigte sich auf Anfrage der APA sehr erfreut über das erfolgreiche Ergebnis. “Es ist beglückend, wenn eine Filmretrospektive inhaltlich so gut und stimmig ‘funktioniert’ wie diese Komödienauswahl von Jonathan Rosenbaum – und zugleich das Publikum so vehement darauf anspringt”, so Horwath. Die Wiener Cinephilen hätten Rosenbaums “eigenwilligem Parcours” alle Ehre erwiesen. Der amerikanische Filmwissenschafter war zum Auftakt der Schau Anfang Oktober in Wien gewesen, hatte fünf Einführungen gehalten und sich über die Begeisterung des Publikums gefreut, so das Filmmuseum.

Im Retrospektiven-Programm fanden sich unter anderem Filme von Buster Keaton, Tex Avery, Orson Welles, Billy Wilder, Jerry Lewis, John Waters, Steven Spielberg oder Wes Anderson. Woody Allen oder die Coen-Brüder fehlten dagegen: Rosenbaum schätzt zwar Allens Autorenschaft und die Filme der Coens, hält den einen jedoch “weder ästhetisch noch ideologisch” für anspruchsvoll und die anderen in der Demonstration der eigenen Überlegenheit für nicht wirklich transgressiv. Im Hauptprogramm der Viennale erfreuen sich die altmodische “My Fair Lady”-Variation von Allen und die lakonische Hommage an den jüdischen Glauben der Coens jedoch großer Beliebtheit.

Die 47. Viennale wird morgen mit der Abschlussgala und “A Serious Man” offiziell beendet. Im Rahmen der Gala werden ab 19.30 Uhr auch der Wiener Filmpreis – erstmals in den Kategorien Spielfilm und Doku -, der FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik sowie der “Standard”-Publikumspreis verliehen. Viennale-Direktor Hans Hurch wird das Festival im Wissen beenden, dass sein Vertrag bis 2013 verlängert wurde. Zwei Tage später hat das Team um Hurch zudem noch einen Grund zur Freude: Viennale-Präsident Eric Pleskow bekommt am Freitag von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen.

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