Viennale 07: „Heuer eine schöne Mischung gelungen“

Viennale 07: „Heuer eine schöne Mischung gelungen“
Die wichtigste Frage wurde gleich zu Beginn des Abends geklärt: Die heurige Viennale-Tasche ist silbern, mit leichter Textur und stilvoll glänzend…

Als es anschließend ins Innere des Wiener Gartenbaukinos ging, wo Direktor Hans Hurch das Programm der 45. Viennale gemeinsam mit Filmmuseums-Leiter Alexander Horwath vorstellte, fiel die Absenz des traditionellen dritten Stuhls am Podium auf. Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) war kurzfristig verhindert und ließ sich entschuldigen. Hurch ließ sich davon nicht beirren und meinte zufrieden: „Heuer ist eine schöne Mischung gelungen.“

Ab 19. Oktober steht Wien für zwölf Tage wieder ganz im Zeichen des internationalen Films. Auf Entdeckungsreise geht es zwischen Weltpremieren und internationalen Erstaufführungen, zwischen asiatischen und US-amerikanischen Spielfilmen, zwischen österreichischen Kurzfilmen und europäischen Dokus. Insgesamt stehen 120 abendfüllende Filme im Hauptprogramm – etwas weniger als im vergangenen Jahr, dafür werden alle Werke, bei denen es möglich war, zumindest zwei Mal gespielt.

Es gebe zwar „keine revolutionären Veränderungen“ in der Programmstruktur, so Hurch. Einige Neuerungen sind dennoch angekündigt: In der Reihe „Bonus Track“, für die täglich um 18.30 Uhr im Künstlerhauskino ein Programmplatz freigehalten wurde, kann auf große Nachfrage bei bestimmten Werken oder noch später erhaltene Filme reagiert werden. Außerdem werden in der „Best Off“-Reihe erstmals Filme gezeigt, die nicht von Hurch ausgewählt wurden. Und erstmals wurde von der Viennale auch ein Werk in Auftrag gegeben: Jem Cohen wird am 1. November „Empires of Tin“ mit Live-Musikbegleitung im Gartenbaukino präsentieren.

Bei den Tributes und Specials freute sich Hurch ganz besonders über das Kommen von Jane Fonda. Da diese am ersten Wochenende von 19. bis 21. Oktober in Wien sein wird, läuft zur Eröffnung kein aktueller Film, sondern mit „Klute“ (1971) einer „meiner Lieblingsfilme“, wie Hurch nostalgisch gestand. Im Rahmen der Specials wies er besonders auf „die geheimnisvolle Figur Danny Williams“ hin sowie den sowohl persönlichen als auch politischen Tagebuchfilm „Yoman“ von David Perlov, einem „geheimen Höhepunkt im Programm“. Außerdem wird der deutsche Autor und Kritiker Peter Nau am 26. Oktober mit der Matinee „Nau Now!“ gewürdigt.

Einige Mühe hatte das Filmmuseum mit der Retrospektive zum Essayfilm, die von Jean-Pierre Gorin kuratiert wurde. Einerseits war es nicht leicht, die Filme aufzutreiben, andererseits wurden die Deadlines teils stark strapaziert. Sicher ein Höhepunkt der Schau dürfte „eine wahrscheinlich ausufernde Lecture zu Chris Marker“ werden, meinte Alexander Horwath, auch ein Abend zu Dziga Vertov wurde sehr empfohlen. Besonders froh stimmte in Bezug auf die Retrospektive eine Neuerung: Erstmals sind Karten für die Retro auch über die Viennale-Kassen erhältlich.

Der Vorverkauf für die Viennale beginnt am 6. Oktober. Die Retrospektive läuft bereits seit 1. Oktober bis zum Ende der Viennale am 31. Oktober.

Programm und Information unter www.viennale.at

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