Vienna Biennale feiert offizielle Eröffnung im MAK

Am Donnerstag, den 11. Juni 2015, eröffnete die Vienna Biennale im Wiener MAK.
Am Donnerstag, den 11. Juni 2015, eröffnete die Vienna Biennale im Wiener MAK. - © MAK
Am Donnerstag eröffnet mit der Vienna Biennale die weltweit erste Mehrspartenbiennale mit Beiträgen aus Kunst, Design und Architektur unter dem Motto “Ideas for Change” im Wiener MAK. In neun Ausstellungen widmet man sich bis zum 4. Oktober der Zukunft der Stadt.

Nach langer Vorbereitung hat am Donnerstag mit der ersten Vienna Biennale das aktuelle Großprojekt im Wiener Kulturbereich begonnen. MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein gab als Leiter für die Presse den Startschuss zum spartenübergreifenden Event, mit dem man die Künste im digitalen Zeitalter verankern will. “Wir leben in einer neuen Moderne”, so Thun-Hohenstein.

Digitalisierung als Thema

Die Digitalisierung bedeute schließlich einen Umbruch in allen Lebensbereichen. Und deshalb dürfe diese neue Moderne nicht an Kunst und Design vorbeilaufen. “Es geht darum, allen klarzumachen: Wir sind in einer Zeit der Weichenstellungen”, unterstrich der MAK-Chef die Dramatik der Situation: “Wir brauchen einen radikalen Einstellungswandel der Menschen.”

Und zu diesem Einstellungswandel sollen auch die Künste beitragen, sei doch in deren verschiedenen Sparten bereits der Paradigmenwechsel im Gange. So beschäftige man sich wieder mit gesellschaftspolitischen Fragen, freute sich Thun-Hohenstein: “Das ist ein wichtiger Ausdruck, dass hier Erneuerungsprozesse starten.” Deshalb vereine man bei der Vienna Biennale für die kommenden vier Monate Institutionen wie die Universität für angewandte Kunst, die Kunsthalle Wien, das Architekturzentrum oder die Kreativförderagentur departure. “Wir wollen eine Begegnung der Künste auf Augenhöhe”, umriss der Biennale-Leiter die Grundidee der Gründungsausgabe, die bis 4. Oktober unter dem Motto “Ideas for Change” steht.

Für Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) ist dabei die Grundfrage: “Wie kann man Digitalisierung sinnvoll nutzen?” Und mit der Kooperation von Bundes- und Landesinstitutionen habe Thun-Hohenstein bereits Einiges vollbracht: “Auch das ist in der Vergangenheit nicht immer konfliktfrei gewesen, es hat hier aber wunderbar funktioniert.”

120 Künstler an Vienna Biennale beteiligt

Rund 120 Künstler sind an der Biennale beteiligt, deren Aktionsradius sich über ganz Wien erstrecken soll. “414,6 Quadratkilometer – so groß ist die Biennale“, zeigte sich Thun-Hohenstein ambitioniert. Einen zentralen Standort stellt dennoch das MAK dar, rückt hier etwa bei der Ausstellung “Mapping Bukarest” Kurator Peter Weibel die rumänische Kunst- und Kulturszene in den Fokus. Dem Wachstum der internationalen Metropolen und die damit verbundenen sozialen wie ökologischen Implikationen widmet man sich in Kooperation mit dem New Yorker MoMa im Ausstellungsprojekt “Uneven Growth: Tactical Urbanisms for Expanding Megacities”. Dabei werden sechs Städte wie Hongkong oder New York als Fallbeispiele herangezogen. Und in Kooperation mit departure richtet das MAK mit “2051: Smart Life in the City” den Blick in die Zukunft des Designs und zeigt Alternativen für den Geldverkehr, das Gesundheitswesen oder den Wohnbau.

An der Universität für angewandte Kunst ist das “Performing Public Art Festival” angesetzt, bei dem elf Künstler ihre Arbeiten im öffentlichen Raum präsentieren, darunter auch Erdem Gündüz, der durch die Istanbul-Proteste bekannt gewordene “stehende Mann”. Das Architekturzentrum Wien zeigt mit “aspern INTERNATIONAL” hingegen die Ergebnisse eines Ideenwettbewerbs zum Stadthaus der Zukunft. Und die Kunsthalle präsentiert ein Projekt der Schwedin Maria Lind. “Future Light” umfasst unter anderem die Videoausstellung “Loving, Repeating” von Pauline Boudry und Renate Lorenz in der Kunsthalle sowie eine Gruppenausstellung im MAK.

(APA/Red)

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