Vienna Art Gallery Weekend vom 23. bis 25. November

Werke von Elfie Semotan sind in der Galerie von Gabriele Senn zu sehen.
Werke von Elfie Semotan sind in der Galerie von Gabriele Senn zu sehen. - © Elfie Semotan Gestreifter Schatten, Palm Springs, 2005 Courtesy Gabriele Senn Galerie
Bereits zum dritten Mal findet am kommenden Wochenende das Vienna Art Gallery Weekend statt. 38 Galerien in Wien laden vom 23. bis zum 25. November zum Tag der offenen Tür ein, außerdem werden sieben kostenlose Spaziergänge durch die Wiener Galerienlandschaft angeboten.

“Eine Galerie bietet künstlerisch die größere Herausforderung, man ist gezwungen, seine Arbeit präzise auf den Punkt zu bringen”, erklärte der Künstler Hans Weigand, der momentan in der Galerie Gabriele Senn ausstellt. Es ist eine jener 38 Galerien, die am 3. Vienna Gallery Weekend teilnehmen und 70 unterschiedlichste Künstler präsentieren.

Wiener Galerien am Wochenende kennenlernen

Das Wochenende soll die Gelegenheit bieten, nicht nur neue künstlerische Positionen kennenzulernen, sondern auch die Galerie als wichtiges Bindeglied zwischen Künstlern, Sammlern und Museen, als Ort des Experiments oder schlicht als Treffpunkt zu begreifen. “Es ist wichtig, dass die Galerien in dieser Vielfalt von Angeboten auf ihre Arbeit aufmerksam machen”, erklärte Gabriele Senn, Präsidentin des Verbands österreichischer Galerien moderner Kunst bei der Presseführung am Mittwoch. Das Wochenende biete einen “guten Einstieg für Interessierte, die nicht so genau wissen, was sich in einer Galerie abspielt”, so Senn weiter.

Werke von 70 Künstlern werden ausgestellt

In der Galerie von Christine König etwa gibt es derzeit eine Komplementärausstellung zu Leigh Bowery in der Wiener Kunsthalle zu sehen: König präsentiert Fergus Greer mit der Serie “Looks”, in der er Bowery zwischen Stilisierung und Performance darstellt. Daneben gibt es bei König aber auch ihre persönliche “Kammer”, den “Third Room”, zu entdecken, wo die Galeristin ihre eigene Sammlung ausstellt und Künstler präsentiert, mit denen sie teils eine lange Geschichte verbindet. Hier zeige sich, wie oft eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Künstlern und Galeristen besteht.

“Die Galerie hat mich gefunden”, erzählte Christian Mayer, der derzeit mit seiner Ausstellung “prezjnt” in der Galerie Mezzanin in Wien-Mariahilf vertreten ist. “Es ist wichtig diese Plattform zu haben und eine Ausstellung in diesem Rahmen und dieser Größe umsetzen zu können. Vor allem am Anfang, denn es geht ja auch ums Überleben als Künstler.” “prezjnt” fragt nach Verbindungslinien in Zeit und unterschiedlichen Zeitebenen, etwa mit alten Pressefotografien von “Zeitkapseln”, die die Gegenwart konservieren sollen. Diese Fotos hat Mayer aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst, mit archivarischen Informationen, wie etwa einem Zeitungsartikel, versehen und diese wiederum als neuen Rahmen genutzt. Dem gegenüber stehen versteinerte Bäume aus Madagaskar, die ebenfalls das Vergehen der Zeit und den damit verbundenen Wandel aufzeigen sollen.

Die Galerie als soziales Gefüge

Gleich gegenüber wird die Galerie Krobath Maria Hahnenkamp vorstellen – die Künstlerin beschäftigt sich mit Fragmentation, in Fotos, Glasbildern und einem aus mehreren historisch anmutenden Teilen zusammengesetzten Bilderrahmen. “Ich brauche eine Galerie”, meinte Hahnenkamp, “ich arbeite gerne mit ihnen zusammen, da geht es um Partnerschaftlichkeit, aber auch um den Austausch mit anderen Künstlern.”

Dieses Prinzip verfolgt auch die Galerie Meyer Krainer, vor allem im Obergeschoß, wo im Boltenstern-Raum nicht nur die originale Einrichtung erhalten geblieben ist – mit Stühlen von Franz West und Paravents von Heimo Zobernig ausgestattet – sondern auch regelmäßig Performances stattfinden. “Das ist gleichzeitig Kommentar, aber auch Framework für unsere jungen Künstler”, so eine Vertreterin der Kultur. Eine Galerie sei immerhin auch soziales Gefüge.

 Das Vienna Gallery Weekend findet vom 23. bis 25. November statt, der Eintritt ist frei. (APA)

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