X-Men: Apocalypse – Trailer und Kritik zum Film

Von Christoph Stachowetz
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X-Men: Apocalypse – Trailer und Kritik zum Film
Zuerst “Batman v Superman: Dawn of Justice“, dann “The First Avenger: Civil War“, nun also “X-Men: Apocalypse”: Der große Superheldenauftakt von 2016 nimmt kein Ende, im Guten wie im Schlechten. Diesmal darf Regisseur Bryan Singer erneut die Mutanten rund um Professor X und Magneto in die Schlacht ziehen lassen.

Mit der Fortsetzung des ebenfalls von ihm verwirklichten “X-Men: Zukunft ist Vergangenheit” stehen die Zeichen eigentlich gut für Singer: Nicht nur als einer der besten Filme innerhalb der langlebigen “X-Men”-Reihe wurde das Werk bezeichnet, sondern auch gleich als einer der gelungensten Vertreter im ganzen Superhelden-Genre. Der Regisseur von “Die üblichen Verdächtigen” hat damit nicht nur schon einige Vorschusslorbeeren in petto, sondern kann darüber hinaus als Absicherung seine reichhaltige Erfahrung mit Comicverfilmungen für sich sprechen lassen. Schon im Jahr 2000 machte Singer auf sich aufmerksam, als er mit “X-Men” den wohl ersten wirklich großen Marvel-Blockbuster (“Blade” von 1998 vielleicht ausgenommen) auf die Leinwand brachte.

Im Anschluss daran folgte dessen Fortsetzung “X-Men 2”, der immer noch als Richtmaß für gelungene Comicfilm-Sequels gehandelt wird. Für den miserablen dritten Teil der “X-Men”-Trilogie war Singer nicht mehr zuständig, da er mit dem Reboot des Mannes aus Stahl in “Superman Returns” beschäftigt war – und scheiterte. Erst 2014 konnte der Filmemacher wieder für eine Marvel-Verfilmung gewonnen werden, passend sollte dies dann auch die von Matthew Vaughn bzw. “X-Men: Erste Entscheidung” neu gestartete und mit jungen Schauspielern aufgefrischte zweite Trilogie rund um die Mutanten sein. Einen Erfolg später folgt nun also der von Fans heiß ersehnte und für die in Sachen Comicvorlage nicht ganz so sattelfesten Kinogänger vermutlich recht ominös betitelte Abschluss der Trilogie, “X-Men: Apocalypse”.

“X-Men: Apocalypse” – Die Handlung

Ägypten, 3600 vor Christus: Der als Gottheit verehrte En Sabah Nur (begraben unter Tonnen an Make-Up: Oscar Isaac) wird bei einer Verjüngungskur von Abtrünnigen überrascht und in seiner eigenen Pyramide begraben. Nur seinen vier Handlanger können mit ihrer eigenen Aufopferung den Tod ihres Anführers verhindern und zumindest die Transformation in einen jungen Körper noch abschließen. Erst tausende Jahre später, 1983, soll sich der erste aller Mutanten wieder erheben und mit Erstaunen feststellen, das die vorangeschritte menschliche Zivilisation das Sagen hat. Mit dieser Tatsache kann sich der auch als Apocalypse bekannte Herrscher nicht abfinden und sucht sich seine vier neuen apokalyptischen (Mutanten-)Reiter zusammen. Noch in den Straßen Kairos findet er die Diebin und Wetter-beeinflussende Storm (Alexandra Shipp), ihr folgen der beflügelte Schläger Angel (Ben Hardy), die nicht minder schlagkräftige und mit Katana ausgestattete Leibwächterin Psylocke (Olivia Munn) sowie ein sich in einer schweren Krise befindliche Magneto (Michael Fassbender).

Der geplanten, die gesamte Welt umfassenden Zerstörung und Neuordnung stellen sich natürlich die der guten Sache verschriebenen Mutanten, allen voran Professor Charles Xavier (James McAvoy). Nach einem verherrenden Angriff auf dessen zur Schule umfunktionierten Herrenhaus finden sich die kampfbereiten und neu formierten X-Men zur alles entscheidenden Schlacht gegen Apocalypse zusammen. Als neue Anführerin fungiert die zuvor noch ziellos umher streunende Formwandlerin Mystique (Jennifer Lawrence), tatkräftige Unterstützung erhält sie von den Neuzugängen Nightcrawler (Kode Smit-McPhee), Cyclops (Tye Sheridan), Quicksilver (Evan Peters) und der mit ungeheuren Kräften ausgestatteten Jean Grey (Sophie Turner). Nichts weniger als die Zukunft der Menschheit steht diesmal auf dem Spiel.

“X-Men: Apocalypse” – Die Kritik

Aus der Zusammenfassung der Handlung ist schon klar ersichtlich, das in “X-Men: Apocalypse” nicht an der Besetzung gespart wurde. Das kann unter zwei Gesichtspunkten betrachtet werden, denn einerseits finden sich hier neben bereits aus den Vorgängern bekannte Stars wie McAvoy, Fassbender und Lawrence auch aufstrebende Größe wie Tye Sheridan (“Mud”, “The Tree of Life”, “Joe”), Sophie Turner (Sansa Stark in “Game of Thrones”) und Osacr Isaac (“Inside Llewyn Davis”, “Ex Machina”) wieder, andererseits nehmen diese und ein weiteres halbes Dutzend an Figuren natürlich viel Platz in der Handlung ein. Die logische Konsequenz aus einer massiven Anzahl an Charakteren im begrenzten Rahmen von knapp 150 Minuten Filmlaufzeit ist jedoch das entweder zu wenig Platz für einen interessante Story oder eine zu starke Einschränkung auf exponierte Figuren stattfindet. Um die Fülle der Figuren darzustellen – hier ein kleiner Überblick:

Regisseur Bryan Singer schafft dabei beides: Mit seinem episch anmutenden “X-Men: Apocalypse” bietet er nur einigen wenigen Charakteren Freiraum zu minimaler Entfaltung (etwa eine halbherzige Nebenerzählung rund um Magneto), während sich die meisten Figuren mit wenigen Auftritten begnügen müssen und aufgrund dessen auch keine sonderliche Bindung zum Zuseher stattfinden kann. Darüber hinaus könnte die eigentliche Rahmenhandlung rund um Ober-Bösewicht Apocalypse kaum stereotyper sein: Die drohenden Zerstörung der Welt bahnt sich an und nur durch Zusammenhalt unterschiedlicher Individuen, die ihre eigenen Ängste und Schwächen überwinden müssen, kann dem Bösen Einhalt geboten werden. Das hat man schon X-Mal, auch bei den X-Men, gesehen.

So bleibt bei “X-Men: Apocalypse” ein bitterer Nachgeschmack übrig: Tolle und charismatische Schauspieler, die ihr Können kaum unter Beweis stellen können, eingebettet in einem hauchdünnen Handlungsgerüst, welches gerade im Angesicht der starken Konkurrenz der Vormonate (“Civil War”) Verwunderung hervorrufen sollte. Auch die eindrucksvolle Präsentation vermag nur wenig am Gesamteindruck zu ändern: Die Zeiten, als sich Filme der “X-Men”-Reihe durch ihre vergleichsweise intelligent konstruierten Figurenkonstellationen und nur selten rein zur Schau eingesetzten Actionsequenzen ausgezeichnet haben, dürften anscheinend vorbei sein. Man sollte meinen, das ein Regisseur mit dieser Erfahrung im Genre bzw. so einem Resümee eine ohnehin ausufernde Filmlaufzeit von knapp zweieinhalb Stunden besser nützen könnte als hier letztendlich zu sehen ist. Oder wie Sophie Turner es als (Meta-)Meta-Witz im Film selbst anmerkt: ” Der dritte Teil ist immer der schlimmste”.

>> Alle Filmstartzeiten zu “X-Men: Apocalypse”

(Red.)

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