Vettel gegen Lauda: Riesen-Zoff in der Formel 1 nach Reifenplatzer in Spa

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Zoff in der Formel-1 zwischen Sebastian Vettel und Niki Lauda.
Zoff in der Formel-1 zwischen Sebastian Vettel und Niki Lauda. - © AP
Der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel hat in der Formel 1 mit seiner heftigen Kritik an Hersteller Pirelli eine neue Reifendebatte ausgelöst. Niki Lauda und Pirelli können die Kritik nicht nachvollziehen und kontern.

Neue Reifendebatte in der Formel 1. “Da fühlt man sich verarscht”, tobte der viermalige Weltmeister am RTL-Mikro nach dem Grand Prix von Spa. “Ich muss aufpassen, was ich sage. Wenn das 200 Meter früher passiert, knall’ ich mit 300 km/h in die Wand”, schimpfte der viermalige Weltmeister nach dem insgesamt 900. Rennen der Scuderia: “Es muss mal gesagt werden: Die Qualität der Reifen ist miserabel, das geht jetzt schon seit Jahren so, das kann nicht sein. Ich weiß nicht, worauf wir warten.” Vettel war mit einer riskanten Ein-Stopp-Strategie als Dritter auf Podiumskurs gefahren, als kurz vor Schluss völlig überraschend der rechte Hinterreifen platzte. “Die Ansage von Pirelli war, dass der Reifen 40 Runden lang hält, und wir hatten, glaube ich, knapp 30 drauf. Sowas darf nicht passieren”, sagte der Ferrari-Pilot. Einmal in Rage, warnte er vor schwerwiegenden Konsequenzen für die ganze Königsklasse: “Demnächst knallt einer in die Wand, und dann stehen wir da und sagen: ‘Oh, hätten wir mal…’. Darüber muss gesprochen werden.” Vettel verwies darauf, dass Rosberg am Freitag dasselbe Problem hatte und dass auch der Mercedes-Pilot vor dem Platzer den Reifen nicht selbst beschädigt hatte. “Vollkommen unangekündigt knallt der Reifen in die Luft”, sagte Vettel und blickte finster.

Lauda: “Die Rechnung ging nicht auf”

Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda hatte im RTL-Interview kein Verständnis für Vettels Schelte. “Ich finde es absolut unfair, wenn er jetzt Pirelli die Schuld gibt”, kritisierte der Österreicher. Beide Parteien seien schuld, meinte Lauda. “Ferrari wollte ein Risiko eingehen. Die Rechnung ging halt nicht auf.”

“Die aggresivste Strecke im Kalender”

Für Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery war Vettels Taktik ambitioniert. “Alle waren auf einer Zwei- oder Drei-Stopp-Strategie. Die Strecke ist die aggressivste im Kalender”, erläuterte er. “Das war sehr, sehr ehrgeizig, das so zu versuchen.” Pirelli habe den Teams vor dem Rennen gesagt: “Zwei oder drei Stopps.” Hembery hatte für Vettels Reaktion jedoch Verständnis. “Es ist völlig normal, dass er so emotional reagiert. Dafür kann ich ihn nicht kritisieren”, versicherte er.

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