Verspäteter Start für die Regenbogenparade

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Mit Verspätung startet die Regenbogenparade in die 20. Runde
Mit Verspätung startet die Regenbogenparade in die 20. Runde - © APA
Bereits zum 20. Mal ist der Ring wieder schrill, bunt und laut. Mit 50-minütiger Verspätung ist am Samstagnachmittag die Regenbogenparade in Wien gestartet, die heuer Jubiläum feiert. Gegen 14.50 Uhr setzte sich der Zug beim Rathausplatz in Bewegung. Die Route führt wie schon in den vergangenen Jahren vorbei an Parlament und Staatsoper entgegen der Fahrtrichtung um die Ringstraße.

Wien. Angeführt wurde die Parade von in Regenbogenfarben dekorierten Straßenbahnen. Dann kam der Rest der rund 60 Gruppen, darunter viele Lkw und anderen bunt geschmückte Fahrzeuge – meist bestückt mit großen Lautsprechern, aus denen wummernde Beats tönten.

Verspäteter Start beim Rathausplatz

Organisator Christian Högl, Obmann des Vereins Hosi (Homosexuelle Initiative), erwartet rund 100.000 Besucher, die entweder an der Parade oder als Zaungast entlang der Route teilnehmen. Ob dem tatsächlich so sein werde, hänge aber vom Wetter ab, sagte er im APA-Gespräch. Am Samstagnachmittag war der Himmel wolkenverhangen und so manch ein Regentropfen zu spüren: “Die Frage ist, ob sich die Schaulustigen davon abschrecken lassen. Wir gehen jedenfalls bei jedem Wetter, auch bei Schneefall.”

“Damals war Aufbruchstimmung”

Das Motto der diesjährigen Parade lautet “Sichtbar 2015”, angelehnt an die erste Wiener Regenbogenparade, bei der es “Sichtbar 1996” hieß. “Die Stimmung heuer ist mit der Stimmung bei der allerersten Parade vergleichbar. Damals war Aufbruchstimmung. Heuer gehen wir auf die Straße und haben das Gefühl angekommen zu sein”, freute sich Högl.

“Moment des Gedenkens”

Um 17.00 Uhr wird der Zug traditionell für einen “Moment des Gedenkens” zum Stillstand kommen. Dabei erinnern sich die Teilnehmer an jene Menschen, die an Aids starben oder Opfer eines Gewaltverbrechens wurden. Dazu wird auf allen Fahrzeugen eine von Conchita Wurst aufgenommene Durchsage abgespielt.

Um 18.00 Uhr werden die ersten Teilnehmer wieder am Rathausplatz erwartet, wo die Abschlusskundgebung “Pride Speech” stattfindet. Unter anderem werden Stadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ), Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) Reden halten, wie angekündigt wurde.

Lunacek mit Buttersäure attackiert

Auch die im Vorjahr mit Buttersäure attackierte grüne EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek ist heuer wieder mit dabei. Spezielle Sicherheitsvorkehrungen seien ob des Angriffs heuer aber keine vorgenommen worden, so Högl: “Man kann bei einer Kundgebung nie ausschließen, dass ein Wahnsinniger Unsinn treibt.”

“Marsch für die Familie”

Die Gegner der Regenbogenparade haben sich übrigens in der Innenstadt getroffen. Seit 15.00 Uhr wird am Stephansplatz beim “Marsch für die Familie” gegen die Homo-Ehe demonstriert. Unterstützung gibt es unter anderen vom ehemaligen Pegida-Sprecher Georg Immanuel Nagel und dem ÖVP-Abgeordneten Marcus Franz. Eine Gegendemo der Sozialistischen Linkspartei gegen die Paraden-Gegner wird unterdessen am Michaelerplatz abgehalten.

(APA/Red.)

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