Verkorkstes Debüt von Neo-Sturm-Coach Vogel

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Heiko Vogel wegen Maresic-Rolle in der Kritik
Heiko Vogel wegen Maresic-Rolle in der Kritik - © APA
Heiko Vogel hätte sich seinen Einstand als Trainer von Sturm Graz wohl anders vorgestellt. Zum Frühjahrsauftakt setzte es am Samstag ein 0:1 beim SV Mattersburg, wodurch die Spitzenposition in der Fußball-Bundesliga an Red Bull Salzburg verloren ging.

In der Pressekonferenz danach war Vogel die Enttäuschung über das verkorkste Debüt deutlich anzumerken. Teilweise knapp und patzig fielen die Antworten auf Fragen aus, die sich zumeist um die Position von Dario Maresic drehten.

Der ÖFB-U21-Teamspieler, der sich im Herbst als fixe Größe in der Innenverteidigung etabliert hatte, wurde von Vogel in dessen neuem 4-1-4-1-System als Sechser aufgeboten – und fand sich in dieser Rolle nicht wirklich zurecht. Die Ballsicherheit hätte in Abwesenheit von James Jeggo für Maresic und gegen den gelernten Zentrumsspieler Sandi Lovric gesprochen, erklärte der Coach.

“Dario hat hervorragend gespielt. Er ist mein jüngster Spieler, ich werde ihn schützen”, sagte Vogel und wollte danach keine Fragen mehr über den 18-Jährigen beantworten. Auch die Theorie, dass es mit Spielern wie Jeggo, Stefan Hierländer (beide gesperrt), Thorsten Röcher (verletzt), Jakob Jantscher oder Bright Edomwonyi (beide noch ohne Spielgenehmigung) besser gelaufen wäre, wies der Deutsche zurück. Dies sei “despektierlich” gegenüber jenen, die im Pappelstadion einliefen, betonte Vogel.

Allzu sehr verteidigen wollte der Trainer die in Mattersburg eingesetzten Kicker aber auch wieder nicht. “Wir dürfen uns über die Niederlage nicht beschweren. Unser Spiel war zu unpräzise und unsere Pässe zu ungenau”, meinte Vogel.

Sein Top-Stürmer Deni Alar zeigte sich überaus selbstkritisch. “Die erste Hälfte war eine Katastrophe. Wir haben vieles vermissen lassen und haben nie richtig begonnen zu kämpfen. Wenn wir diese Niederlage nicht als Weckruf verstehen, sind wir im Fußball falsch”, ärgerte sich der ÖFB-Teamspieler.

Mit dem Trainerwechsel habe der dürftige Auftritt nichts zu tun, beteuerte Alar. “Die Einstellung hat nicht gepasst. Wir müssen unbedingt ein anderes Gesicht zeigen.” Möglicherweise habe man sich von den guten Testspiel-Ergebnissen blenden lassen, vermutete der Stürmer.

Auch Sport-Geschäftsführer Günter Kreissl spekulierte, dass sich die Siege über den FC Basel und Dynamo Kiew in der Winter-Vorbereitung negativ ausgewirkt haben könnten. Dabei habe man “gebetsmühlenartig gepredigt”, diese Erfolge nicht zu hoch einzuschätzen. Die gewünschte Wirkung wurde allerdings nicht erzielt. “Das Spiel war in jeder Hinsicht enttäuschend”, resümierte der Sportchef.

Kreissl richtete den Blick bereits auf die nächste Partie. “Gegen den WAC wartet auf uns ein wichtiges Spiel, in dem wir diese Niederlage korrigieren können.” Bis dahin müsse man laut Vogel den jüngsten Tiefschlag sachlich analysieren. “Es gilt, Ruhe zu bewahren und sich nicht von der Niederlage irritieren zu lassen”, forderte der Deutsche.

(APA)

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