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Verhüllungsverbot: Wien-Tourismus-Chef kritisiert Mundschutz-Abnahme

Am Flughafen Wien wird das Verhüllungsverbot exekutiert.
Am Flughafen Wien wird das Verhüllungsverbot exekutiert. ©pixabay.com/3dman_eu
"Rücksichtnahme zu sanktionieren ist schon schräg", sagt Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner, nachdem asiatischen Touristen am Flughafen Wien ihr Mundschutz abgenommen wurde.

Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner hält wenig davon, dass seit Inkrafttreten des Verhüllungsverbots Touristinnen mit Mundschutz gezwungen werden, diesen abzunehmen. Denn er werde meist von kranken Personen getragen, um die Umgebung zu schützen. “Rücksichtnahme zu sanktionieren ist schon schräg”, befand er im Gespräch mit der APA. Lob gab es jedoch für die Polizei.

Am Flughafen Wien war am Wochenende bereits eine Reisende ersucht worden, den Schutz abzunehmen. Der Wien-Tourismus-Chef räumte ein, dass die Exekutive offenbar sehr bedacht agiere: “Was man jetzt sieht, ist, dass die Polizei mit Augenmaß vorgeht.” An Gesetze müsse man sich halten, schwierig werde es nur dann, wenn es zu Übergriffen komme: “Aber da vertraue ich unserer Polizei, dass das nicht passiert.”

Kettner rechnet nicht mit Tourismuseinbußen

Die “politische Intention” des Gesetzes wolle er nicht beurteilen: “Das steht mir nicht an.” Er glaube jedoch nicht, dass die Zielgruppe arabische Touristinnen gewesen seien, sondern andere Gruppen – “die man wahrscheinlich jetzt überhaupt nicht mehr erwischen kann, weil sie das Haus nicht mehr verlassen dürfen”.

Dass auch der Mundschutz verboten wurde, ist laut Kettner eine Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt habe: “Irgendwann wollen wir der ganzen Welt sagen, was sie zu tragen hat oder was sie zu denken hat, wenn sie nach Österreich kommt. Wir sind Tourismusweltmeister, darauf sind wir stolz, das wird nur nicht funktionieren, wenn du als kleines Land der Welt erklärst, wie die Welt funktioniert.”

Dass es zu maßgeblichen Einbußen beziehungsweise Stornierungen kommt, glaubt er jedoch nicht. Dies habe sich auch in anderen Ländern, wo es ein solches Verbot bereits gebe, gezeigt. In den betroffenen Märkten würde man relativ gelassen reagieren.

(APA, Red.)

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