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Verdacht des Ehrenmords: Bruder der 14-Jährigen mehrfach polizeibekannt

Der mutmaßliche Täter ist strafrechtlich kein unbeschriebenes Blatt.
Der mutmaßliche Täter ist strafrechtlich kein unbeschriebenes Blatt. ©APA/Herbert Neubauer
Gegen den 18-jährigen Afghanen, der seine um vier Jahre jüngere Schwester in Wien-Favoriten mit zahlreichen Messerstichen getötet haben soll, war ein Verfahren wegen mehrerer Delikte anhängig.
Bruder äußert sich zur Tat
Mädchen wohnte in Krisenzentrum
14-Jährige von Bruder erstochen

Der 18-jährige Afghane, der am Montag in Wien-Favoriten seine 14 Jahre alte Schwester erstochen haben soll, ist in strafrechtlicher Hinsicht kein unbeschriebenes Blatt. Gegen den Burschen ist am Landesgericht für Strafsachen ein Verfahren wegen Betrugs, Hehlerei und gefährlicher Drohung anhängig, das sich bereits im Hauptverhandlungsstadium befindet.

Der 18-Jährige hat allerdings schon zwei Verhandlungstermine platzen lassen, bestätigte der Wiener Anwalt Leonhard Kregcjk, der den Jugendlichen in diesem Verfahren vertreten hätte sollen, am Dienstag der APA. Nachdem er beim ersten Mal unentschuldigt nicht erschienen war, wollte ihn die zuständige Richterin zum nächsten Termin am 11. September – gerade ein Mal eine Woche vor der ihm zur Last gelegten Bluttat an seiner jüngeren Schwester – zwangsweise vorführen lassen. Die Polizei traf den Burschen an seiner Adresse aber offenbar nicht an. “Die Vorführung hat nicht geklappt”, sagte Kregcjk, der im nunmehrigen Mordverfahren vorerst kein Mandat des 18-Jährigen hat.

14-Jährige erstochen: Bruder war im Visier der Justiz

In U-Haft ist der Bursch bis zum Tötungsdelikt nicht gesessen, da es sich bei seinen bisherigen Verfehlungen um Fälle von Kleinkriminalität gehandelt hat. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Thomas Vecsey, der APA erläuterte, soll der Afghane im April 2016 ein Handy gekauft haben, obwohl er wusste, dass dieses gestohlen war. Im Oktober soll der 18-Jährige gemeinsam mit einem Bekannten einem Mann vorgemacht haben, er könne diesem ein Taxi nach Serbien besorgen. Die beiden sollen dafür im Voraus 600 Euro kassiert, den Mann aber im Regen stehen haben lassen.

Die gefährliche Drohung bezieht sich schließlich auf einen Zwischenfall im Dezember, als der 18-Jährige einen Zugbegleiter in Furcht und Unruhe versetzt haben soll, als dieser seinen Fahrschein kontrollieren wollte.

(APA, Red.)

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