Verbrennungen von Kerzen oder Raketen: Kinder gefährdet

Verbrennungen von Kerzen oder Raketen: Kinder gefährdet
Kerzen, Raketen oder Kracher gehören zur Weihnachtszeit und zu Silvester einfach dazu. Gerade da kommt es bei kleinen Kindern aber immer wieder zu Verbrennungen durch Advent- und Christbaumkerzen, zu Silvester durch Böller.

“Daher ist in dieser Zeit besondere Vorsicht geboten”, sagt Michael Höllwarth von der Kinderchirurgie Graz und Präsident der Organisation “Große schützen Kleine”.

“Oft werden die raschen Entwicklungsschritte der eigenen Kinder unterschätzt. Es ist wichtig und sinnvoll, früh genug mit kleinen Kindern die konkreten Gefahren im Umgang mit Streichhölzern, Feuerzeugen und Kerzen zu besprechen und das richtige Verhalten im Ernstfall zu üben”, empfahl der Kinderarzt in einer Aussendung am Dienstag. Fängt die Kleidung des Kindes zu brennen an, sollte sofort die Stop-Drop-Roll Regel angewendet werden: stehen bleiben – fallen lassen – rollen.

Ein Kübel Wasser gehört daher unbedingt in die unmittelbare Nähe des hoffentlich noch nicht zu trockenen Christbaums, die Vorhänge auf Abstand – und am besten überhaupt elektrische Kerzen anstelle der wächsernen.

Neben Verbrennungen kann unvorsichtiger Umgang mit Knallern oder Feuerwerkskörpern vor allem zu Augenverletzungen und Hörschäden führen. Am häufigsten verbrennen sich Kinder die Hände, weil sie die Kracher zu lange in der Hand halten. Schwere Verbrennungen an den Genitalien sowie im Lendenbereich werden durch Knallfrösche verursacht, die sich in den Hosentaschen durch Reibung selbst entzünden. Besondere Risikogruppe sind Buben von acht bis 15 Jahren.

Verbieten allein bringt nichts

Erfahrungsgemäß nütze es nichts, den Kindern das Schießen zu verbieten, heißt es in der Mitteilung. Sehr viel für die Sicherheit könnten die Eltern laut “Große schützen Kleine” aber bereits vorab tun, wenn sie mit den Kindern über die Gefahren beim Umgang mit den Feuerwerkskörpern sprechen und gemeinsam sicheres Abschießen üben. Auf keinen Fall sollte man an Raketen “herumbasteln” oder Blindgänger erneut zünden, warnte die Organisation.

Verbrennungen zählen bei Kindern und Jugendlichen zu den folgenreichsten und behandlungsintensivsten Unfällen. Allein in Österreich ereignen sich jährlich mehr als 3.000 Verbrennungs- und Verbrühungsunfälle. Narben an Oberkörper, Händen und Gesicht sind die häufigsten Folgen. Für 15 Prozent der Kinder endet ein solcher Unfall mit lebenslanger Schädigung durch entstellende Narben. Besonders gefährdet sind Kinder bis zwei Jahre, gefolgt von den Drei- bis Fünfjährigen. Zwei Drittel aller Unfälle ereignen sich im Haushalt.

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