21. Juli 2010 13:46; Akt.: 21.07.2010 13:46

Verbrannte Frauenleiche: Serienmörder am Werk

Untersuchungen nach dem Mord. Untersuchungen nach dem Mord. - © APA/HERBERT NEUBAUER
Immer wahrscheinlicher wird es, dass heimische Ermittler eine Mordserie aufklären müssen. Am Dienstabend wurde die Leiche einer ermordeten Frau im Gemeindegebiet von Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) an der Bundesstraße 10 zwischen Nickelsdorf und Zurndorf entdeckt. Sie war mit einem Brandbeschleuniger übergossen und angezündet worden – wie bei zumindest zwei, möglicherweise sogar vier ähnlich gelagerten Fällen in den vergangenen fünf Jahren.

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Der Körper der bisher nicht identifizierten Toten lag in einem Acker zwischen einem Windschutzgürtel und einem Maisfeld. Die Unbekannte wies massive Kopfverletzungen auf. Das Opfer war fast nackt. Die Ermittler in Burgenland wollten nicht ausschließen, dass es sich auch bei ihr um eine Prostituierte handelt. Ende des heurigen Mai bzw. im August 2007 waren im Weinviertel zwei ebenfalls ermordete und angezündete Prostituierte entdeckt worden.

Ein Autofahrer hatte am Dienstag die Feuerwehr wegen eines Brandes informiert. Beim Löschen stießen die Einsatzkräfte auf die Ermordete. Die Frau dürfte, wie die Sicherheitsdirektion Burgenland am Mittwoch bekanntgab, mit heftiger Gewalt am Kopf verletzt, mit einem Brandbeschleuniger übergossen und dann angezündet worden sein.

Die Feuerwehr war eigentlich wegen eines Flurbrands alarmiert worden. “Wir sind mit zwei Fahrzeugen und 15 Mann hingefahren. Der Brand war zu diesem Zeitpunkt schon fast vorbei, lediglich ein bisschen Rauch war noch zu sehen”, sagte Rudolf Lebmann, Kommandant der Feuerwehr Nickelsdorf. “Als wir am Ort angekommen sind, wurden wir gleich über den Leichenfund informiert. Ich bin dann hingegangen. Die Frau hat noch ein bisschen gebrannt. Ich habe sie mit dem Feuerlöscher gelöscht.”

Zur Identitätsklärung wandten sich die Behörden an die Medien. Laut Oberstleutnant Norbert Janitsch vom Landeskriminalamt Burgenland dürfte die Leiche am Fundort abgelegt worden sein. Im Umfeld des Fundorts war das Areal auf mehreren hundert Quadratmetern verbrannt.

Es wurde eine bundesweite Mitfahndung eingeleitet, berichtete das Landeskriminalamt. In allen Bundesländern werde im Bereich des Rotlichtmilieus ermittelt, betonte das Landeskriminalamt Burgenland. Auch zu den Nachbarländern Ungarn und Slowakei bestanden Kontakte. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ordnete eine Obduktion für Mittwochnachmittag an. Mit ersten Ergebnissen war ab 17.00 Uhr zu rechnen. Auch die Einrichtung einer Sonderkommission – vermutlich beim Bundeskriminalamt – wurde überlegt, so Janitsch.

Die Getötete ist etwa 1,60 Meter groß, schlank und hatte vermutlich blonde Haare. Die Frau trug weiße Sandaletten, um den Hals hing ein Kettchen mit einem goldfarbenen, etwa drei Zentimeter großem Delfinanhänger. Die Leiche war nur noch mit einer Bluse und einem BH bekleidet.

Parallelen gibt es unter anderem zu dem Mord an der in Wien als Prostituierte registrierten Tschechin Katerina Vavrova. Im August 2007 entdeckten Radfahrer ihre Leiche an einer aufgelassenen Bahnstrecke in Asparn an der Zaya (Bezirk Mistelbach). Sie war mit Messerstichen getötet und angezündet worden.

Noch ähnlicher wirkt der Mord an der 24-jährigen bulgarischen Prostituierten Petya Filkova, die am 30. Mai 2010 bei Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf) gefunden wurde. Sie starb an einem Schädel-Hirn-Trauma, dass sie durch drei wuchtige Schläge mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf erlitten hatte. Das Opfer wurde im Weinviertel abgelegt, mit Benzin überschüttet und angezündet.

Bei zwei weiteren in Völkermarkt in Kärnten im Oktober 2008 bzw. im Jänner 2005 an der Südautobahn in der Steiermark gefundenen Frauenleichen steht die Identität der Opfer bisher nicht fest.


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