Veith & Gasser haben Olympia im Visier – Auf zwei Wegen

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Veith möchte sich nach ihrer Gesundheit orientieren
Veith möchte sich nach ihrer Gesundheit orientieren - © APA
Österreichs beste “Wintersport-Annas” haben Olympia 2018 im Visier, der Weg dorthin verläuft aber unterschiedlich. Skistar Anna Veith ist nach erneuter Knie-Operation erst kürzlich wieder auf Schnee zurückgekehrt, ihr Renn-Comeback wird daher noch dauern. Freestyle-Snowboarderin Anna Gasser wiederum ist für die Spiele in Südkorea bereits qualifiziert, die Kärntnerin feilt schon an neuen Sprüngen.

Veith (28) und die um zwei Jahre jüngere Gasser waren am Montag die Stars einer Pressekonferenz in Wien, bei der fünf Monate vor den Winterspielen 2018 in Südkorea Milka als offizieller Partner des Österreichischen Olympischen Komitees (ÖOC) präsentiert wurde. Gemeinsame Themen dabei war neben den Medaillen-Hoffnungen und den aktuellen politischen Sicherheitsbedenken auch die Fitness. Zumindest Gasser hat diesbezüglich das Gröbste hinter sich. Wegen einer Schienbeinkopfprellung hat sie zwar den sommerlichen Slopestyle-Weltcupstart in Neuseeland verpasst, für die kommenden Events ist sie aber fit und voll motiviert.

Anders sieht es da bei Veith aus. Die Olympiasiegerin 2014 musste nach Knie-OP und Kurz-Comeback samt WM-Start in St. Moritz im vergangenen März erneut unters Messer und ist nach ihrer zweiten Knieoperation auf dem vorsichtigen Weg zurück. Erstmals seit Jahrern dafür aber ohne Schmerzen. “Ich bin jetzt sicher auf dem höchsten Punkt seit meiner Verletzung 2015”, berichtete Veith zuversichtlich. “Die körperlichen Voraussetzungen sind ganz anders, ich habe auch fast wieder das Kampfgewicht wie vor der Verletzung und fühle mich sehr fit”, strahlte die 28-jährige Dreifach-Weltmeisterin endlich wieder Zuversicht aus.

Jetzt gelte es, den Übergang zum Schneetraining zu finden. “Das geht Schritt für Schritt. Wichtig ist, dass das Knie die Belastungen im Schnee wieder gewohnt wird”, sagte Veith. Trotz allem will sich die Salzburgerin mit dem Renn-Comeback Zeit lassen. “Sölden und Levi sind kein Thema”, erklärte sie einen Monat vor dem Weltcup-Auftakt in Tirol. Und die Spiele in Südkorea seien bekanntlich noch fünf Monate weit weg. “Für Olympia reicht es, wenn man im Jänner topfit und in Form ist”, ist Veith überzeugt.

Vermutlich wird Veith eher in den Speed-Disziplinen in den Weltcup zurückkehren. Die erste Möglichkeit dafür wäre Anfang Dezember Lake Louise in Kanada. “Ob sich das ausgeht, weiß ich frühestens im November. Es ist aber wichtig, sich nicht nach dem Kalender zu orientieren, sondern nach meiner Gesundheit”, betonte Veith. “Wenn das passt, kann es später umso schneller gehen. Wenn ich fit auf Schnee zurückkehre, bin ich sicher auch schnell wieder in Form”, ist Veith überzeugt. “Ich bin sehr gespannt, wo die Reise hin geht.”

Gasser hat im Gegensatz zu Veith mit dem Weltmeistertitel im Big Air, dem Gewinn des Freestyle-Weltcups sowie der internationalen Auszeichnung als Action-Sportlerin des Jahres (ESPY) eine Traum-Saison hinter sich. Sie wünscht sich vor allem, “dass es so weitergeht.” Für Veith ist Gasser auf jeden Fall jetzt schon “unsere Sportlerin des Jahres”.

Die Kärntnerin gilt als Top-Medaillenhoffnung für Pyeongchang. Sie werde deshalb ihre Karten so spät wie möglich auf den Tisch legen. Mit dem erstmals in einem Wettkampf gestandenen Double Cork 1080 hat Gasser vergangenen Winter bei der WM für Furore gesorgt, für Korea könnte nun sogar eine dreifache Überkopf-Drehung für Gold notwendig sein.

“Zumindest der Double Cork wird bei Olympia auf jeden Fall vonnöten sein”, ist Gasser überzeugt und verriet: “Ich bin fest am Üben, um noch eine Schwierigkeit einzubauen.” Welche, wollte sie nicht verraten. “Ich merke, dass die Leute am Berg auf mich schauen. Ich muss also taktisch klug sein und nicht alles zeigen, was ich kann.”

Gasser plant, im Weltcup aber auch in Pyeongchang sowohl im Slopestyle als auch im Big Air an den Start zu gehen. “Ich werde also hoffentlich viel Zeit dort verbringen”, freut sie sich trotz aller Sicherheitsbedenken wegen der politisch brisanten Lage auf der koreanischen Halbinsel schon auf ihre zweiten Spiele.

Platz zehn 2014 in Sotschi sei sicher ihrer damaligen Unerfahrenheit geschuldet gewesen, ist Gasser überzeugt. “Ich habe mit dem Druck der gewonnenen Qualifikation nicht umgehen können, in Korea will ich es besser machen.” Die Vorzeichen sind gut. Denn Ähnliches war Veith bekanntlich 2010 in Vancouver passiert. Vier Jahre später holte die Salzburgerin dann in Sotschi Gold im Super-G und Silber im Riesentorlauf.

(APA)

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