Vatikan-Tag bei Expo: Pavillon des Heiligen Stuhls im Fokus

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Auf der Mailänder Expo wurde am Donnerstag der Nationaltag des Heiligen Stuhls gefeiert. Dabei stand der Vatikan-Pavillon auf der Weltausstellung im Vordergrund. Der sogenannte “Innenminister” des Vatikans, Erzbischof Angelo Becciu, verwies in einer Ansprache auf das Expo-Thema, die Ernährung des Planeten.


Der Heilige Stuhl unterstütze alle Bemühungen, den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Allerdings könne es dabei “nicht nur um technische Lösungen” oder politisch-wirtschaftliche Entscheidungen alleine gehen, sagte Becciu. Wichtig sei das zugrunde liegende Menschenbild, die Überzeugung von der Würde jedes Menschen, auch des Hungernden.

“Wenn heute noch über zwei Milliarden Menschen an Unterernährung leiden, darunter viele an chronischem Hunger, und das trotz aller Programme der internationalen Gemeinschaft, dann ist der Grund in erster Linie die mangelnde Bereitschaft zu teilen”, so Becciu. Nötig sei darum “ein echter Aufstand des Gewissens”.

135.000 Menschen besuchten allein im Eröffnungsmonat Mai den Vatikan-Pavillon bei der Expo. Der Pavillon richte sich auch an Nichtgläubige und Angehörige anderer Religionen, erklärte der Präsident des päpstlichen Kulturrats Gianfranco Ravasi. Es gehe um Themen, die für die gesamte Menschheit wichtig seien. Zugleich solle der Pavillon zeigen, dass das Thema Ernährung auch eine anthropologische und symbolische Bedeutung habe. Er steht unter dem biblischen Motto: “Nicht nur vom Brot allein.”

Die Expo 2015 findet bis zum 31. Oktober in Mailand statt. Ihr Thema lautet “Den Planeten ernähren, Energie für das Leben”. Der Vatikan nahm bereits an der ersten Weltausstellung 1851 in London teil und ist seither auf dieser Schau vertreten. Der Vatikan unterhält den Pavillon zusammen mit der Italienischen Bischofskonferenz und der Erzdiözese Mailand. Die Gesamtkosten belaufen sich nach Ravasis Angaben auf insgesamt drei Millionen Euro, von denen jeder der drei Partner jeweils ein Million Euro übernehme. Der Pavillon sei diesmal “sehr bescheiden und minimalistisch”, so Ravasi.

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