US-Vorwahlkampf: Wiener Auslandsamerikaner wollen Bernie Sanders

Bernie Sanders hat bei den in Österreich lebenden US-Demokraten die Nase vorne.
Bernie Sanders hat bei den in Österreich lebenden US-Demokraten die Nase vorne. - © AP Photo/Orlin Wagner
Am Donnerstag konnten in Österreich lebende Auslandsamerikaner, die Parteimitglieder der Demokraten sind, im Wiener Café Museum ihre Stimme für die US-Vorwahlen ihre Partei abgeben. Ein Stimmungsbericht, der einen klaren Favoriten zeigt.

Startschuss für die US-Wahl in Österreich: Am Donnerstag konnten Auslandsamerikaner ihre Stimme für die US-Vorwahlen im Café Museum in Wien abgegeben. Ginge es nach den hier lebenden Wählern, soll Bernie Sanders ins Weiße Haus einziehen. Vor allem der Genuss des hiesigen Gesundheitssystems macht sie zu Anhängern des demokratischen Sozialisten, sagten von der APA befragte Wähler einhellig.

Die junge Musikerin Lana Sharp ist überzeugt, dass Bernie Sanders der beste Kandidat sei. “Er will ein europäisches System ins amerikanische hineinbringen. Da wir hier in Österreich erleben, wie das soziale Netz jedem hilft, sieht man erst, welche Frechheit es eigentlich ist, dass das in Amerika nicht existiert. Ich durfte das hier in den letzten sechs Jahren erleben. Wenn ich krank bin, kann ich einfach zum Arzt gehen.”

Sanders der “einzige wirkliche Linkspolitiker in den USA”

Auch die Musikprofessorin Lisa Herger hat für den Demokraten gestimmt. “Ich bin 1988 zum Studieren nach Österreich gekommen. Ich war so erstaunt, denn ich hatte in einer Hand ein mehr oder weniger Gratis-Studium und in der anderen eine Gesundheitsversicherung. Das waren mehr Rechte als mir in meinem eigenen Land zugestanden sind. Ich bin total begeistert, dass Sozialdemokratie jetzt auch in den USA öffentlich und allgemein bekannt ist.”

Adam Baker, Englischlehrer, hofft, dass durch einen Wahlsieg Sanders endlich das gesamte politische System in den USA geändert werde. Zudem meint er: “Er hat ein Leben lang im Kongress für das gearbeitet, woran er glaubt.” Laut Daniel Sharp, ebenfalls Englischlehrer, sei Hillary Clinton etwas zu konservativ eingestellt. Er befürworte den Kurs des demokratischen Sozialisten. “Er ist der einzige wirkliche Linkspolitiker in den USA.”

“Sehr mächtige Lobbys”

Die Journalistin Margaret Childs wähle zwar auch Bernie Sanders, allerdings betrachte sie ihren Spitzenkandidatin auch mit einem kritischen Auge: “Bernie Sanders hat tolle Ideen, mein einziges Problem bei ihm ist, dass er schon sehr alt ist und dass Teile seiner Ideen auf einem relativ großen Wunschdenken basieren. Durch die sehr mächtigen Lobbys bezweifle ich, dass Sachen so durchgehen, wie er sich das vorstellt. Er könnte aber auf jeden Fall das Land in eine richtige Richtung lenken.”

Eines ist sich Childs allerdings sicher: “Entweder wir haben den ersten jüdischen Präsidenten oder die erste Frau als Präsidentin.”

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