US-Rapper Danny Brown gestern mit intensivem Kurzauftritt im Wiener WUK

Einen schnellen, lauten Aufritt legte Danny Brown gestern im WUK hin.
Einen schnellen, lauten Aufritt legte Danny Brown gestern im WUK hin. - © APA (Sujet)
US-Rapper Danny Brown trat am 14. Juli im Wiener WUK auf und präsentierte sich zwar gut gelaunt, aber offenbar auf Reduktion getrimmt. Die harte und intensive Darbietung fand bereits nach einer guten Dreiviertelstunde zum Ende.

Unterstützt von seinem DJ Skywlkr, der zuvor das Publikum mit Beats aus der Konserve fütterte und zumindest als körperlich agiler Stimmungsmacher keine üble Leistung ablieferte, stand Brown plötzlich auf der Bühne – recht unspektakulär unter seinem Kapperl hervor in die Runde grüßend, bevor er mit “Break It (Go)” vom immer noch aktuellen, dritten Album “Old” loslegte. Die vor zwei Jahren erschienene Songsammlung markiert bis dato den Höhepunkt in Browns Karriere, ergatterte der im Underground gefeierte Rapper damit doch endgültig einen Fixplatz in der Szene.

Danny Brown’s eigenwillige Stimme

Aber schon zuvor machte der quirlige Brown, der eigentlich Daniel Dewan Sewell heißt, von sich reden: Mit markanter Zahnlücke und übergroßem Mundwerk ausgestattet, gab es von Anfang an Vergleiche mit dem legendären Ol’ Dirty Bastard des Wu-Tang Clans. Das mag in erster Linie aber an der sehr eigenwilligen Stimme von Brown liegen, die auch im WUK als wesentliches Gestaltungselement zum Vorschein trat: Mal in quiekigen Sphären wandernd, um dann wieder guttural brüllend loszulegen, rappte er sich durch sein bisheriges Schaffen.

Schnelle Party im WUK

Die Party wurde mit “Smokin & Drinkin” heraufbeschworen, sexuell Anzügliches gab es nicht nur in “Express Yourself” zu vernehmen und mit “Kush Coma” driftete man in einen recht plastisch dargestellten Trip ab. Gewürzt wurde all das mit kantigen, auf Effektivität gepolten Klängen, die unbarmherzig aus den Boxen knallten. Verschnaufpausen gab es kaum, nur ab und an gab Brown seinen Fans zu verstehen, dass er hier ordentlich feiern will – und schon war der nächste Song auf die Reise gebracht.

Willkommene Abwechslung zwischendurch

Als Ausrutscher im positiven Sinn könnte man das zur Halbzeit gesetzte “Grown Up” bezeichnen: Der auf keinem Album enthaltene Track, der mittlerweile auch schon wieder drei Jahre auf dem Buckel hat, ließ Browns humoristische Ader kurz aufblitzen und markierte musikalische Abwechslung mittels entspannt fließendem Beat im Retrokleid. Grundsätzlich gibt es von dieser Sorte gar nicht so wenige Stücke, die den Stempel Danny Brown tragen. Doch gab es davon im weiteren Verlauf nichts mehr zu hören.

Luft nach oben

So musste man etwa mit “Side B (Dope Song)” oder “25 Bucks” Vorlieb nehmen – geprägt von unterkühlten Sounds und latenter Aggressivität. Und wer hoffte, dass die zweite Hälfte des Gigs etwas variantenreicher werden würde, wurde enttäuscht. Kurz die Hände in die Luft, ein “Thank you” ins Mikrofon geplärrt, verließ Brown die Bühne nach 45 Minuten und kam nicht mehr zurück. Intensität kann man dem durchaus talentierten, in jedem Fall exzentrischen Rapper zwar nicht absprechen – dieser Auftritt ließ aber einiges zu wünschen übrig.

(apa/red)

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