US-Astronauten absolvierten Außeneinsatz an der ISS

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Zwei Astronauten der Internationalen Raumstation (ISS) haben am Mittwoch den zweiten von drei Ausflügen ins All absolviert, bei denen Andockmöglichkeiten für kommerzielle Raumkapseln geschaffen werden sollen. Während des sechs Stunden und 43 Minuten dauernden Außeneinsatzes verlegten die US-Astronauten Barry Wilmore und Terry Virts planmäßig Kabel und ölten Teile des Roboterarms der ISS.


Erneut gab es aber ein Problem mit den Raumanzügen. Nach der Rückkehr an Bord sei im Helm von Virts Wasser festgestellt worden, hieß es bei der Live-Übertragung durch die US-Raumfahrtbehörde NASA. Eine Gefahr für den Astronauten habe aber nicht bestanden. Im Jahr 2013 war der italienische Astronaut Luca Parmitano fast gestorben, als sich sein Helm während eines Außeneinsatzes mit Wasser füllte. Ermittlungen ergaben, dass wegen einer verstopften Pumpe Wasser aus dem Temperierungssystem des Anzugs in die Luftversorgung eingedrungen war.

Der erste Ausflug von Wilmore und Virts hatte Samstag stattgefunden, der dritte Weltraumspaziergang soll am Sonntag folgen. In den kommenden Monaten sind weitere Einsätze vorgesehen, um das Andocken neuer Raumschiffe der US-Unternehmen SpaceX und Boeing zu ermöglichen. Diese sollen ab dem Jahr 2017 Astronauten zur ISS transportieren. Derzeit sind die USA auf russische “Sojus”-Kapseln angewiesen, um ihre Astronauten zur ISS zu befördern.

Die Raumstation, die in etwa 350 Kilometern Entfernung um die Erde kreist, soll noch bis zum Jahr 2024 in Betrieb sein. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos teilte mit, anschließend mit ihren ISS-Modulen einen eigenen Außenposten im All aufbauen zu wollen. Roskosmos will die ISS den Angaben zufolge nun doch bis 2024 gemeinsam mit der NASA nutzen, nachdem die Behörde zuvor mit einem Ausstieg aus dem Projekt im Jahr 2020 gedroht hatte.

Der Bau der ISS hatte im Jahr 1998 begonnen, seit Ende 2000 forschen Raumfahrer auf dem Außenposten der Menschheit im Weltall. Die Station wird von einer wechselnden internationalen Besatzung betreut. Außer den USA und Russland sind elf europäische Länder sowie Kanada, Japan und Brasilien an dem Projekt beteiligt.

Die Montagearbeiten sollen die ISS fit machen für das Andocken neuer Raumschiffe. Die Anlegeplätze müssen für geplante Raumkapseln wie Dragon V2 verändert werden. Die USA wollen die Transporter ab 2017 zur ISS fliegen lassen. Derzeit ist die US-Raumfahrtbehörde NASA auf russische Sojus-Raumkapseln angewiesen.

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