Urlaubslektüre im Sommer 2016: Die besten Bücher für Strand und Co.

Urlaubslektüre gefällig? Wir haben ein paar gute Buch-Tipps für ihren Lesesommer
Urlaubslektüre gefällig? Wir haben ein paar gute Buch-Tipps für ihren Lesesommer - © pixabay (Sujet)
Viele Wienerinnen und Wiener kommen unterm Jahr wenig zum Lesen und haben im Urlaub dann endlich Zeit und große Lust, bei einem Buch am Strand, im Freibad oder auf Balkonien zu entspannen. VIENNA.at hat zehn aktuelle Bücher für diesen Sommer gesammelt – um zu relaxen, mitzufiebern und perfekt unterhalten zu werden.

1. André Heller: “Das Buch vom Süden”

Ein Buch, das den Süden schon im Titel trägt, kann für den Sommer nicht verkehrt sein. “Das Buch vom Süden” ist ein eigenwilliges, zaubrisches, nostalgisches und autobiografisches Buch, das Heller, der Meister aller Wunder und Künste, der selbst in den vergangenen Jahren im Süden einen paradiesischen Garten wachsen ließ, da geschrieben hat. Die Geschichte dreht sich um den “fleißigen Taugenichts” Julian Passauer, der im Zentrum dieses zutiefst österreichischen Romans voller k.u.k. Seligkeiten, Melancholien und Anekdoten steht und über “die höchste Qualität der Harmonie, des Lachens, der Sinnlichkeit, der Wollust, der Erkenntnis, des Mitgefühls” sinniert, die für ihn das Wort Süden in sich vereint. Und wem das selber lesen zu mühsam ist, dem sei das von Heller selbst eingelesene Hörbuch ans Herz gelegt.

“Das Buch vom Süden” von André Heller, Zsolnay Verlag, 336 S., 25,60 Euro
Hörbuch, gelesen von André Heller, Lübbe Audio Hörbuch, 2 CDs, 588 Minuten, 22,50 Euro, ISBN: 978-3-7857-5315-6

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2. Clemens J. Setz: “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre”

Was will man im Urlaub mehr, als einen fabuliergewaltigen Roman, der vor lauter Fantasie nur so summt, und bei dem das Lesevergnügen nicht so bald zuende ist? Wen über 1.000 Seiten geballte Erzählfreude nicht abschrecken, der sollte diesen Wälzer von Jungautor Clemens J. Setz für den heurigen Sommer wählen, in dem sich alles um Stalker und Gestalkte dreht. Die zentrale Protagonistin von “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre”, Natalie Reinegger, um deren Gedanken, Wahrnehmungen, Ticks und Spleens das Buch kreist, beeindruckt als faszinierende, vielschichtige Romanfigur. Was sie tut, ist nicht immer logisch, oftmals skurril, zuweilen abstoßend – doch wie mit einem wahrhaft gelungenen Charakter üblich, ist es praktisch unmöglich, sich als Leser an ihrer Seite zu langweilen. Und das ist für den Urlaub ja wohl ideal.

Clemens J. Setz: “Die Stunde zwischen Frau und Gitarre”, Suhrkamp Verlag, 1.022 S., 30,80 Euro

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3. Orhan Pamuk: “Diese Fremdheit in mir”

Türkei-Reise geplant? Oder einfach Interesse an der Geschichte Istanbuls? Dann sind Sie bei “Diese Fremdheit in mir” richtig. Von großen Gefühlen und tiefgreifenden Veränderungen erzählt der türkische Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk in seinem aktuellen Roman. Erzählt wird die Geschichte des gutmütigen Mevlut, der mit offenen Augen und offenem Herzen durchs Leben geht, in einer sich ständig wandelnden Welt. Mevlut sitzt einem fatalen Liebesirrtum auf – doch er tut, was Ehre und Anstand verlangen. Über 40 Jahre beleuchtet Pamuk Mevluts Werdegang in der ständig wachsenden Metropole Istanbul. Es ist ein heiteres Buch der großen Gefühle, das einfach gut tut und beste Reklame für eine Stadt und ein Volk ist, das der vielfach preisgekrönte Autor mit all seinen Stärken und Schwächen sieht.

Orhan Pamuk: “Diese Fremdheit in mir”, Hanser Verlag, 592 Seiten, 26,80 Euro

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4. Thomas Glavinic: “Der Jonas-Komplex”

Von Sex, Schach und Südpol handelt der neue Roman des österreichischen Erfolgsautors Thomas Glavinic, “Der Jonas-Komplex”. Einige der Zutaten des 748-Seiten-Buches: Ein Wiener Autor im Taumel zwischen Alkohol, Koks und Sex; ein 13-Jähriger, der im Schachklub seines steirischen Heimatorts eine deutlich steilere Karriere einschlägt als in seiner Schule; ein Millionär namens Jonas, der sich von seinem japanischen Anwalt zum Zeitvertreib an den unmöglichsten Orten aussetzen lässt und am Ende an den Südpol gelangt. “Der Jonas-Komplex” ist amüsant und unterhaltend – kurzweiliges Lesevergnügen im Urlaub garantiert.

Thomas Glavinic: “Der Jonas-Komplex”, S. Fischer Verlag, 748 Seiten, 25,70 Euro

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5. Marianne Jungmaier: “Sommernomaden”
Sie wollen gedanklich auf Reisen gehen – aber lieber bei der Lektüre von Kurzgeschichten als in einem umfassenden Roman? Dann sind Sie bei “Sommernomaden” von Marianne Jungmaier richtig. Zehn Stories schildern einen Trip zwischen Welterfahrung und Selbsterfahrung, zwischen Venedig, Island, Brasilien, Nevada und Kerala. Das große Gefühl der Freiheit wird dabei immer wieder neu auf einzelne Begegnungen heruntergebrochen, ob es sich nun um einen Esoterik-Ausflug in Brasilien, ein Dauer-Rave in der Wüste Kaliforniens oder eine Autoren-Residenz in einem noblen schottischen Schloss handelt. Die österreichische Jungautorin Marianne Jungmaier bietet damit die ideale Ferienlektüre.

Marianne Jungmaier: “Sommernomaden”, Kremayr & Scheriau, 192 S., 19,90 Euro

6. John Irving “Straße der Wunder”
Außenseiter, Wunderkinder, kaputte Familien: Nicht zum ersten Mal setzt US-Erfolgsautor John Irving auf derlei Themen. In “Straße der Wunder” zieht der eidenschaftliche Fabulierer die Leser wie gewohnt mitten hinein ins pralle Leben. Irving kultiviert auf fast 800 Seiten seine ganz spezielle Art von magischem Realismus, der sich keinen Deut um Plausibilität schert. Unter den Protagonisten sind zwei hochbegabte Kinder, die auf einer Müllkippe im mexikanischen Oaxaca leben. Wir lernen einen Jesuitenpater mit schottischen Wurzeln kennen, den alle wegen seiner Hawaiihemden nur den “Papageienmann” nennen. Der verliebt sich unsterblich in einen Transvestiten, während die Müllkinder als Kuriositäten in einem Zirkus auftreten. Ein wenig funktioniert Irvings Buch selbst wie eine Aufführung in der Manege. Alle paar Minuten eine neue Attraktion. Wer es abwechslungsreich und kurzweilig liebt, sollte hier in Sachen Urlaubslektüre zugreifen.

John Irving: “Straße der Wunder, Diogenes, 776 Seiten, 26,80 Euro

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7. Isabel Bogdan: “Der Pfau”

Lust auf eine subtile Komödie in den schottischen Highlands, die pointenreich ist und voller Überraschungen steckt? Dann lesen Sie doch diesen Sommer “Der Pfau” von Isabel Bogdan und verbringen Sie ein Wochenende auf einem charmant heruntergekommenen Landsitz, auf dem ein Pfau verrücktspielt. Ihre Gesellschaft dabei: eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine ambitionierte Psychologin, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, eine patente Köchin, Lord und Lady McIntosh, die alles unter einen Hut bringen müssen und dazu jede Menge Tiere.Ein überraschender Wintereinbruch, eine Grippe und ein Kurzschluss tun in dem turbulenten Roman ihr Übriges. “So britisch-unterhaltsam ist in deutscher Sprache noch nicht erzählt worden!” verspricht der Verlag. Und mit gerade einmal 256 Seiten ist “Der Pfau” perfekt für alle, die vielleicht doch keine Lust auf einen ganz dicken Wälzer haben.

Isabel Bogdan: Der Pfau, Kiepenheuer&Witsch, 256 Seiten, 19,60 Euro

8. Emily Walton: “Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte”

Noch kürzer, aber nicht minder spannend ist der Roman mit dem etwas sperrigen Titel “Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte” von Emily Walton. Die zentrale Frage darin: Was passiert, wenn F. Scott Fitzgerald, Ernest Heming­way, Dorothy Parker und Pablo Picasso ihren Sommerurlaub in einem südfranzösischen Fischerdorf verbringen? Der Champagner fließt in Strömen, Eifersucht und Neid brodeln und die wilden Partys enden immer öfter im Exzess. Ausgerechnet Fitzgerald, dem Chronisten der Goldenen Zwanziger, wird dieser Sommer 1926 in Juan-les-Pins zum Verhängnis.

Emily Walton: “Der Sommer, in dem F. Scott Fitzgerald beinahe einen Kellner zersägte”, Braumüller Verlag, 168 Seiten, 19,90 Euro

9. Enrico Ianniello: “Das wundersame Leben des Isidoro Raggiola”

Liebenswert, skurril, sprachwitzig und unterhaltsam ist dieser Roman des italienischen Autors Enrico Ianniello. Schauplatz: Ein Dorf in Süditalien, in dem der Junge Isidoro Raggiola aufwächst – ein kleines Paradies. Nirgendwo schmeckt die Pasta besser als bei seiner Mutter Stella, und niemand schreibt lustigere Liebesbriefe als sein Vater Quirino. Eines Tages entdeckt Isidoro, dass er in der Sprache der Vögel pfeifen kann. Die ist musikalisch und fantasievoll, in ihr klingen die schönen Dinge schön, und, so findet Vater Quirino, eigentlich sollten alle Menschen so miteinander reden. Doch dann schlägt das Schicksal erbarmungslos zu und Isidoro verliert seine Sprache. Dafür gewinnt er etwas anderes: die Bücher. Und in Neapel begegnet er einem Menschen, der alles verändert. “Dieses Buch ist eine berauschende Liebeserklärung an die Poesie des Lebens,” so der Verlag.

Enrico Ianniello: “Das wundersame Leben des Isidoro Raggiola”, Piper, 272 Seiten, 20,60 Euro

10. Judith Hermann: “Lettipark”

“Sommerhaus, später” war ihr Debüt – inzwischen ist die deutsche Autorin Judith Hermann bei ihrem vierten Band mit Erzählungen angelangt. Es sind fast Stillleben, die von der Autorin in “Lettipark” mit behutsamer Hand gezeichnet werden. Eine Frau sitzt an einem Feuer. Dabei realisiert sie langsam, dass ihr Mann nicht zurückkommen wird. Zwei Freundinnen streichen die Wände ihrer gemeinsamen Studentenwohnung. Eine alte Frau sitzt auf ihrer Chaiselongue und lässt sich von ihrer Untermieterin vorlesen. Doch diese 17 Stories sind nicht zu unterschätzen: Hier trifft vermeintliche Ereignislosigkeit in einprägsamen Szenen auf starke Bilder, die noch lange im Leser nachklingen – und die Schwierigkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen werden sichtbar gemacht. Die existenziellen Fragen, die Hermann aufwirft: Was geschieht, wenn wir jemandem begegnen? Wie nah können wir den Menschen sein, die wir lieben?

Judith Hermann: “Lettipark”, S. Fischer Verlag, 192 S., 19,60 Euro

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