Unwetter in Wien brachte Sturmböen, enorme Regenmengen und zahlreiche Blitze

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Angesichts des starken Unwetters in der Nacht auf Freitag musste die Wiener Berufsfeuerwehr etwa 200 Mal ausrücken, vorwiegen aufgrund von Sturmschäden.

Die meisten Einsätze wurden “umgestürzter Bäume oder Bäume, die umstürzten drohen” alarmiert, sagte Feuerwehrsprecher Lukas Schauer. “Uns sind keine Verletzten bekannt”, sagte der Sprecher.

Starkregen und Sturmböen in Wien: 200 Einsätze der Feuerwehr

Die Berufsfeuerwehr löste gegen 22.00 Uhr erhöhte Einsatzbereitschaft aus, diese blieb bis Mitternacht aufrecht. Immer wieder waren auch Bäume oder Äste auf Fahrzeug gestürzt. In der Leopoldstadt in der Lusthausstraße im Prater alarmierte ein Autolenker die Einsatzkräfte, weil die Straße aufgrund von Baumteilen blockiert war. Der Mann blieb sicherheitshalber im Fahrzeug, die Feuerwehr entfernte die Baumteile.

Beinahe zeitgleich waren auf der Erzherzog-Karl-Straße bei der Polgarstraße zwei etwa 25 Meter hohe Bäume umgestürzt. Ein Baum landete auf einem Klein-Lkw und beschädigte den Aufbau. Die Bäume wurden mit Motorkettensägen zerschnitten und entfernt. Der Baumstamm, der noch auf den Lkw lag, wurde mit einem Kran angehoben, der Lkw konnte aus eigener Kraft wegfahren.

Wiener Innenstadt: Sturm mit 90 km/h

An den Wetterstationen der ZAMG wurden im Gebiet vom Burgenland über das Wiener Becken bis zum Weinviertel in vielen Regionen Sturmböen um 100 km/h gemessen.Am Flughafen Schwechat wurden fast 120 km/h registriert, in Bruckneudorf (Bezirk Neusiedl am See) sogar knapp 130 km/h. Selbst in der Wiener Innenstadt erreichten die Sturmböen noch um die 90 km/h. Innerhalb kurzer Zeit kamen laut Messungen der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik) auch beachtliche Regenmengen zusammen. So fielen in Dellach im Drautal von Donnerstag Früh bis Freitag Früh knapp 70 Millimeter. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen August regnet es in Dellach im gesamten Monat 130 Millimeter. In Innsbruck kamen in 24 Stunden 55 Millimeter Regen zusammen. In einem durchschnittlichen August regnet es in Innsbruck im gesamten Monat rund 130 Millimeter.

Knapp 120.000 Blitze in ganz Österreich

Am Donnerstag gingen in weiten Landesteilen schwere Unwetter nieder. von 39.265 in der Steiermark und 13.522 in Kärnten. Dazu gab es stellenweise Orkanböen, besonders betroffen war das Burgenland: In Neusiedl am See wurden 130 km/h, in Bruckneudorf 126 km/h und in Podersdorf 122 km/h gemessen. Aber auch im steirischen Irdning wurden schwere Sturmböen von 101 km/h erreicht. Dazu gab es teils große Regenmengen, etwa im Kärntner Dellach im Drautal mit 69 Liter pro Quadratmeter.

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Blitzfeuerwerk östlich von Salzburg

Vor allem östlich von Salzburg gab es in den letzten 24 Stunden ein regelrechtes Blitzfeuerwerk. Auf diese Regionen entfiel ein Großteil der 119.385 Blitze. Der blitzreichste Bezirk war Wiener Neustadt Land in Niederösterreich, wo insgesamt 7.661 Blitze gezählt wurden. Das ergibt auch bei der Blitzdichte mit 7,89 Blitzen pro Quadratkilometer den ersten Platz. An zweiter Stelle liegt der Nachbarbezirk Neunkirchen mit 7.007 Entladungen und einer Blitzdichte von 6,09 Blitzen pro Quadratkilometer. „An dritter Stelle folgt bereits die Stadt Graz, die mit 5,24 Blitzen pro Quadratkilometer und 671 Blitzen einmal mehr die blitzreichste Landeshauptstadt Österreich war“, sagt UBIMET-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. Die steirische Gemeinde Gaal war mit 1.988 Blitzen blitzreichste Gemeinde. Mit 18,89 Blitzen pro Quadratmeter hat die südsteirische Stadt Bad Radkersburg die Nase vorn. Mit 225.000 Ampere gab es den stärksten Blitz in Sankt Peter-Freienstein in der Steiermark.

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Orkanböen im Burgenland, schwerer Sturm über Wien

Während der Gewitter gab es im Osten zum Teil Orkanböen. Besonders betroffen war das Burgenland, wo verbreitet Windspitzen von mehr als 110 km/h gemessen wurden. Die stärkste Böe gab es in Neusiedl am See mit 130 km/h, aber auch in Eisenstadt wurden bis zu 115 km/h gemessen. Schwere Sturmböen mit Spitzen von bis zu 100 km/h gab es aber auch vom südlichen Wiener Becken über Wien bis ins Weinviertel. Aber auch im steirischen Irdning wurden 101 km/h gemessen. Der Wind hat teils massive Schäden hinterlassen, zahlreiche Bäume stürzten um und Dächer wurden abgedeckt.

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In vielen Regionen gab es große Regenmengen. Im Kärntner Dellach im Drautal schüttete es bereits 69 Liter pro Quadratmeter und im Tiroler Neustift 64 Liter. Aber auch im Osten kam stellenweise viel Regen zusammen, in Gumpoldskirchen in der niederösterreichischen Thermenregionen waren es 43 Liter, in Brunn am Gebirge 34 Liter und in Wien Mariabrunn 29 Liter pro Quadratmeter.

(APA/Red.)

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