Unterschätzte Gefahr: Kopfhörer im Straßenverkehr

Kopfhörer: Im Straßenverkehr gefährlich
Kopfhörer: Im Straßenverkehr gefährlich - © bilderbox.at
Die Ohren voll mit lauter Musik aus Kopfhörern, übersehen sie rote Ampeln, herannahende Autos oder Straßenbahnen: Viele Jugendliche begeben sich nach Meinung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) durch die dröhnenden “Stöpsel” als Verkehrsteilnehmer in akute Gefahr.

“In vielen Verkehrssituationen müssen wir uns auf das Gehör verlassen. Österreichweit wird zum Beispiel durchschnittlich sechsmal pro Sekunde eine rote Ampel überfahren – verlässt man sich beim Queren der Straße allein auf die Lichtsignale, kann das mitunter tödliche Folgen haben”, sagte KfV-Direktor Othmar Thann am Donnerstag.

Jeder zehnte Jugendliche hört immer, wenn er als Fußgänger oder Radfahrer unterwegs ist, mit Kopfhörern Musik. Jeder fünfte Teenager hat oft Musik im Ohr. Das hat eine Erhebung des KfV ergeben. Österreichweit wurden 1.000 Personen befragt. Über alle Altersgruppen hinweg ist der Anteil viel geringer: Fünf Prozent gaben an, dass sie immer Musik hören, elf Prozent oft, wenn sie zu Fuß gehen oder Rad fahren.

Jeder zehnte Befragte hat auch schon einmal eine gefährliche Situation mit Kopfhörern im Straßenverkehr erlebt. Am häufigsten wurden Kollisionen von musikhörenden Fußgängern mit Autos oder öffentlichen Verkehrsmitteln genannt. Ein typischer Unfallhergang ist das Übersehen roter Ampeln. Mehr als ein Drittel der Befragten schätzte das Musikhören aber als gar nicht oder eher nicht gefährlich ein, bei den bis 24-Jährigen ist es mehr als die Hälfte. Bei den befragten Jugendlichen war jeder Zweite überzeugt, keine Wahrnehmungsbeeinträchtigung zu haben.

Jeder fünfte befragte Jugendliche hört noch dazu auf dem höchsten Pegel Musik. “Die meisten mobilen Musikhörgeräte erreichen eine Lautstärke von etwa 80 bis 115 Dezibel (dB, Anm.). Bei viel befahrenen Straßen beträgt die Lautstärke etwa 85 dB, ein Flugzeugstart erzeugt 120 dB. Bei dieser Lautstärke ein herannahendes Fahrzeug zu hören ist praktisch unmöglich”, sagte Thann.

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