4. August 2012 22:40; Akt.: 4.08.2012 22:42

Syriens Regierung bittet Russland um Hilfe

Die westlichen Sanktionen und der Vormarsch der Rebellen zeigen offenbar Wirkung: Das bedrängte Regime des syrischen Präsidenten Assad hat seinen Verbündeten Russland um Finanz- und Wirtschaftshilfe gebeten, um sich über Wasser halten zu können. Wie russische Medien berichteten, beklagte der syrische Vizepremier Jamil (Foto) bei Gesprächen in Moskau besonders einen Mangel an Erdölprodukten.

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Die syrische Delegation habe in Moskau auch “eine gewisse Summe in harter Währung beantragt, um die komplizierte Lage in Syrien zu überbrücken”, hieß es. Die UNO-Vetomacht Russland blockiert im Weltsicherheitsrat eine Resolution gegen seinen Waffenkunden Syrien. Auch Forderungen nach einem Rücktritt von Präsident Bashar al-Assad lehnt Moskau ab. Syrien ist für Russland von strategischer Bedeutung, unterhält es dort doch seinen einzigen Militärstützpunkt im Mittelmeerraum.

Das Rote Kreuz forderte Regierung und Rebellen eindringlich auf, Zivilisten zu verschonen. Frankreich appellierte derweil an den UNO-Sicherheitsrat, mehr Nothilfe für die syrische Bevölkerung zu ermöglichen. Nach Angaben der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte war der Juli der blutigste Monat seit über einem Jahr. 4239 Menschen fielen der Gewalt zum Opfer, darunter 3001 Zivilisten, 1133 Soldaten und 105 Deserteure.

Nach Angaben eines Generals kontrolliert die syrische Armee inzwischen wieder die gesamte Hauptstadt Damaskus. Der hochrangige Offizier, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte am Samstag vor Journalisten, die Armee habe das südliche Stadtviertel Tadamun zurückerobert. Die Rebellen richteten sich indes auf eine mögliche Entscheidungsschlacht um die Wirtschaftsmetropole Aleppo ein. Die Anti-Regime-Kämpfer gaben an, den TV-Sender in Aleppo umzingelt zu haben. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana bestätigte den Angriff auf die Niederlassung des Staatsfernsehens.

Südwestlich von Damaskus sollen regimetreue syrische Milizen nach Berichten der “Süddeutschen Zeitung” und der ARD in einem Ort mindestens 64 Menschen getötet haben. Frühere Berichte waren vor Tagen noch von weniger Toten ausgegangen. Ihren Reportern seien drei Massaker in den letzten Tagen in und um die Kleinstadt Jdaidet Artus vor Ort von Anrainern berichtet worden, teilte die “Süddeutsche Zeitung” mit.



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