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Unglück in größter Gas-Anlage: Ist Gasversorgung jetzt noch sicher?

Gaslieferungen über die Slowakei nach Explosion in Baumgarten unterbrochen.
Gaslieferungen über die Slowakei nach Explosion in Baumgarten unterbrochen. ©APA
Nach einer Explosion im Gas-Verteilungszentrum Baumgarten wurde die Anlage kontrolliert heruntergefahren.
Explosion bei Gasstation: Ein Toter und 18 Verletzte

Nach der Explosion in der Gasstation Baumgarten in Niederösterreich hat der Betreiber Gas Connect Austria versichert, dass die nationale Erdgasversorgung auf “absehbare Zeit abgedeckt werden kann”. Der Transit durch Österreich Richtung Süden und Südosten sei allerdings bis auf Weiteres beeinträchtigt.

“Die benachbarten Fernleitungsbetreiber wurden umgehend informiert, damit rechtzeitig Maßnahmen eingeleitet werden können”, hieß es seitens des Unternehmens. In Österreich wird vor allem der Osten via Baumgarten versorgt. Die Unternehmen der EAA Gruppe – Energie Burgenland, EVN und Wien Energie – haben nach eigenen Angaben aber vorsorglich “große Mengen Erdgas für ihre Kunden in leistungsfähigen Speichern gelagert”. “Über die sogenannte Westschiene, eine leistungsstarke Transportleitung von den Gasspeichern in Oberösterreich in den Osten, kann Erdgas zu den Kunden in Ostösterreich transportiert werden”, versicherte die Allianz in einer Aussendung. Laut Gas Connect Austria wurde die Anlage in der Folge “im kontrollierten Zustand heruntergefahren und ist außer Betrieb”. Die Gasstation Baumgarten ist die größte Import- und Übernahmestation für Erdgas in Österreich. Laut dem Betreiber Gas Connect wird dort Erdgas aus Russland, Norwegen und anderen Ländern übernommen, gemessen, geprüft und für den Weitertransport verdichtet.

Gas-Großhandelspreise in Europa gestiegen

Nach der Explosion zogen die Gaspreise in Europa scharf an. In Italien stieg der Day-ahead-Großhandelspreis um 87 Prozent auf 44,50 Euro je Megawattstunde (MWh). Der Preis für britisches Gas zur sofortigen Lieferung schnellte um 32 Prozent nach oben.

Die Gaslieferungen über die Slowakei waren nach dem Großbrand in Baumgarten unterbrochen, zitiert Reuters den slowakischen Pipelinebetreiber Eustream. Der russisch Gazprom-Konzern bemühte sich nach eigenen Angaben um eine Umleitung der Gaslieferungen um die ununterbrochene Belieferung seiner Kunden sicherzustellen.

Großer Teil der russischen Erdgastransporte über Baumgarten

Im Verteilknoten Baumgarten kommt ein großer Teil der russischen Erdgasexporte nach Westeuropa an und wird in das österreichische Leitungsnetz eingespeist beziehungsweise in andere europäische Länder weitertransportiert. Rund 40 Mrd. Kubikmeter Erdgas fließen pro Jahr durch Baumgarten, in Österreich werden knapp 8 Mrd. Kubikmeter verbraucht.

Über mehrere Leitungen kommt das Erdgas über die Slowakei und Deutschland nach in die seit 1959 bestehende Gasstation Baumgarten. Die Weiterleitung der Gasströme an nationale und internationale Geschäftspartner erfolgt über das rund 2.000 km lange österreichische Fernleitungs- und Verteilerleitungsnetz. Dieses Netz wird mit Ausnahme der Trans-Austria-Gasleitung (TAG) von Gas Connect Austria betrieben. Die Gas Connect Austria gehört zu 51 Prozent dem österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV, den Rest halten der italienische Gasnetz-Betreiber SNAM und der Allianz-Versicherungskonzern.

An der Wiener Börse notierte die OMV-Aktie Dienstagmittag mit 53,12 Euro um rund 1,2 Prozent niedriger, der Wiener Leitindex ATX gab um 0,26 Prozent nach.

Auch britischer Gaspreis steigt

Dem britischen Gaspreis gab die Explosion in Baumgarten Börsianern zufolge Zusatzschub: Die Terminkontrakte für die Lieferung am selben Tag und zur Lieferung am darauffolgenden Tag stiegen am Dienstag in der Spitze um jeweils mehr als 30 Prozent auf ein Fünf-Jahres-Hoch, berichtet Reuters. Am Montag hatten sie wegen eines Lecks in einer Nordsee-Pipeline bereits um mehr als 10 Prozent zugelegt.

(APA/Red.)

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