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Und was ist mit den Flüchtlingen?

Das Alkoholverbot auf dem Praterstern ist ein gutes Beispiel für die neue Symbolpolitik. Sehr viel spricht dafür, es ist jedoch bei weitem nicht ausreichend.
Das Alkoholverbot auf dem Praterstern ist ein gutes Beispiel für die neue Symbolpolitik. Sehr viel spricht dafür, es ist jedoch bei weitem nicht ausreichend. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Gastkommentar von Johannes Huber. Das Alkoholverbot auf dem Praterstern ist ein gutes Beispiel für die neue Symbolpolitik. Sehr viel spricht dafür, es ist jedoch bei weitem nicht ausreichend.

Wenn der designierte Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) mit dem Alkoholverbot auf dem Praterstern demonstrieren wollte, dass er ein Macher ist, dann ist die Sache voll aufgegangen: Die ganze Stadt hat verstanden, dass er nicht redet, sondern handelt. Punkt für ihn. Genossen, aber auch Boulevardzeitungen applaudieren.

Das Problem selbst ist damit aber noch lange nicht gelöst. Alkohol auf dem öffentlichen Platz ist nur ein Teil davon. Obdachlosigkeit, Drogenhandel und Bandenwesen sind andere Teile, die mehr oder weniger bis gar nicht damit zusammenhängen. Also wird Ludwig noch weiter gefordert sein.

Doch zurück zum Alkoholverbot auf dem Praterstern: Ursula Lichtenegger, grüne Bezirksvorsteherin der Leopoldstadt, die von Freunden und verhaberten Journalisten “Uschi” genannt wird, kritisiert, dass Alkoholkranke nun halt auf andere Plätze ausweichen würden; auf die angrenzende Kaiserwiese beim Riesenrad beispielsweise. Na und? Das allein ist ein mageres Argument dagegen. Das Verbot soll schließlich dazu dienen, das subjektive Sicherheitsgefühl der Passanten auf dem Praterstern zu verbessern. Und dazu kann es durch den Verdrängungseffekt sehr wohl einen kleinen Beitrag leisten.

Die Sache ist schließlich die: Wo rund um die Uhr (überwiegend) Männer herumsitzen und (vorzugsweise) Dosenbier in sich hineinschütten, wird’s laut und für nüchterne Menschen unerträglich. Vor allem Väter und Mütter mit Kindern werden schauen, dass sie Meter machen. Drogendealern wird’s dagegen egal sein; sie bleiben. Afghanische Asylberechtigte, die unter Umständen weder Geld noch eine vernünftige Bleibe haben, wird das auch nicht weiter stören; sie halten das aus. Und so entsteht in Summe eine Szene, die Polizisten und Sozialarbeitern alle Hände voll zu tun geben; und zwar rund um die Uhr.

Da kann die Politik durchaus zum Schluss kommen, dass es notwendig ist, einzuschreiten, damit dieser Platz, der als Verkehrsknotenpunkt für die Allgemeinheit da ist, wieder erträglicher wird für die Allgemeinheit; da kann man das Alkoholverbot absolut nachvollziehen.

Für Michael Ludwig beginnt die Arbeit damit allerdings erst: Er übernimmt am 24. Mai nicht nur das Bürgermeisteramt für den Praterstern, sondern für ganz Wien. Also muss er dafür sorgen, dass die Obdachlosigkeit generell zurückgeht und der Drogenhandel wirkungsvoller bekämpft wird. Außerdem muss er dazu beitragen, dass Flüchtlinge schneller zu einem Job kommen. Dann muss er sich überlegen, wie Arbeitsanreize insgesamt optimiert werden könnten. Und so weiter und so fort.

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