Umfragewerte für Kan­di­daten der SPÖ und ÖVP schlechter als bisher

BP-Wahl: Bisher fast immer an die 80 Prozent für Regierungs-Bewerber
BP-Wahl: Bisher fast immer an die 80 Prozent für Regierungs-Bewerber - © APA (Sujet)
Konnten die Kandidaten der Koalitionsparteien bei den bisherigen Wahlen immer um die 80 Prozent erreichen, so scheint sich dies nun bei der aktuellen Hofburg-Wahl laut Umfragen zu ändern.

Vergleiche zum Jahr 1992 ergeben ein ähnliches Bild wie zur demnächst stattfindenden Bundespräsidentenwahl: Neben Thomas Klestil (ÖVP) und Rudolf Streicher (SPÖ) traten eine FPÖ-Kandidatin, Heide Schmidt, und ein Grüner, Robert Jungk, an – allerdings keine Unabhängigen wie heuer Irmgard Griss und Richard Lugner.

Stichwahl im Jahr 1992

Es kam zu einer Stichwahl, da niemand im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent erreichte – Streicher konnte mit 40,7 Prozent zu Klestils 37,2 Prozent einen deutlichen Vorsprung erzielen. Heraus kam letztendlich Thomas Klestil als Präsident, mit einem klaren Votum von 56,9 Prozent.

Klestils 37,2 Prozent im Vorfeld waren der niedrigste Stimmenanteil, den je ein roter oder schwarzer Kandidat in den zwölf Volkswahlen machte – und die zusammen mit Streicher 77,9 Prozent auch die niedrigste Zustimmung zu den beiden von den Regierungsparteien ins Rennen geschickten Bewerbern. Vergleichbar war sie 1951 (mit 79,3 Prozent), wo ebenfalls vier Parlamentsparteien (neben der FPÖ noch die KPÖ) Bewerber nominierten. 1963 und 1986 (die Wahl Kurt Waldheims) gab es – ohne FPÖ-Kandidaten – für die SPÖ- und ÖVP-Bewerber zusammen sogar über 90 Prozent.

Oppositionsparteien 1992 abgeschlagen

Für die Kandidaten der Oppositionsparteien und die Unabhängigen blieb bisher nicht allzu viel übrig. Die bisher vier FPÖ-Kandidaten landeten jeweils knapp über 15 – 16,9 Prozent Willfried Gredlers 1980 sind der blaue Rekord. Die bisher zwei grünen Kandidaten Freda Meissner-Blau und Robert Jungk kam auf 5,5 bzw. 5,7 Prozent – wobei bei Meissner-Blaus Antreten 1986 die von ihr mitgegründete Partei noch nicht im Nationalrat saß.

Eine von den Grünen – aber auch SPÖ- und LIF-Abgeordneten mit ihrer Unterschrift – unterstützte Kandidatin setzte den Rekord der Unabhängigen: Gertraud Knoll eroberte 1998 einen Anteil von 13,6 Prozent. Damals, bei der Wiederwahl Klestils, gab es keinen SPÖ-Bewerber. Damit bleiben auch für Richard Lugner beim ersten Versuch noch 9,9 Prozent – das bisher zweitbeste Ergebnis der rund zehn Kandidaten ohne Partei im Hintergrund.

>> Alle Nachrichten zur Bundespräsidentenwahl 2016

(APA)

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