Umfrage unter Jugendlichen: Ein Viertel schätzt sich als nicht gesund ein

Eine Umfrage unter Jugendlichen zeigt deren Einschätzung zur Gesundheit
Eine Umfrage unter Jugendlichen zeigt deren Einschätzung zur Gesundheit - © Pixabay
Eine aktuelle Umfrage unter 1.000 österreichischen Jugendlichen zwischen 15 und 26 Jahren hat ergeben, dass sich nur etwas mehr als die Hälfe als eher gesund einschätzen. Als Top-Sportarten gelten Laufen, Walken, Krafttraining und Schwimmen.

Trendsportarten wie Feelethics, Hallenklettern, Kitesurfen und Yoga sind stark im Kommen, so die Umfrage des Sportdachverbandes ASKÖ und der Wiener Städtischen Versicherung.

Ein Viertel der Jugendlichen schätzt sich selbst als nicht gesund ein

Spitzenreiter beim “Nicht-Gesund-Fühlen” sind die Burgenländer (36 Prozent) und Vorarlberger (35 Prozent), Schlusslichter sind die Tiroler (19 Prozent) und die Steirer (17 Prozent), die sich am wenigsten ungesund fühlen. Wie gesund sich Jugendliche fühlen, spiegelt sich auch in der Selbsteinschätzung ihres Gewichts wider. 26 Prozent der Jugendlichen ordnen sich selbst als übergewichtig, knapp 60 Prozent als normalgewichtig und 14 Prozent als untergewichtig ein. Rund drei Viertel der Jugendlichen nennen körperliche Fitness und Gesundheit als Hauptgrund für Sport. 49 Prozent sporteln, um abzuschalten bzw. zu entspannen und 47 Prozent betreiben Sport, “weil es Spaß macht”. Interessant sind die Gender-Unterschiede: Weibliche Jugendliche betreiben Sport, um abzuschalten und ihr Gewicht zu reduzieren, während männliche Jugendliche Sport hauptsächlich als Hobby oder zur Freude machen.

Weibliche Jugendliche sind motivierter

Drei Viertel aller Jugendlichen Österreichs sind bis zu drei Mal pro Woche sportlich aktiv. Bemerkenswert ist, dass 40 Prozent der männlichen Jugendlichen angeben, drei Mal oder öfter pro Woche sportlich aktiv zu sein, weibliche Jugendliche hingegen nur 22 Prozent. Ein Drittel der sporttreibenden Jugendlichen ist erst seit einem Jahr oder kürzer sportlich aktiv – das belegt deutlich den Trend zu mehr Sport. Interessantes Detail: Weibliche Jugendliche sind motivierter als deren männliches Pendant. Bei “Noch”-Nicht-Sportlern fehlt es großteils an Selbstmotivation und genügend Zeit. Ein bedeutender Anteil der Jugendlichen hat schlechte Erfahrungen mit Sport in der Schule gemacht, was ihnen die Lust am späteren Sport genommen hat.

Die Rolle der Ernährung

Jugendliche haben auch die Ernährung im Blick. Für knapp 45 Prozent der Sporttreibenden gehört die passende Ernährung zum Training dazu. “Gesunde Ernährung zusammen mit Sport spielt eine immer bedeutendere Rolle. Sport als Ausgleich zur Schule, zur Lehre oder zum Studium ist ein wichtiges Element für Körper, Geist und Seele. Diese Faktoren sind wichtige Bestandteile für Prävention und Wohlbefinden. Vorsorge ist besser, als etwaige Schäden zu beheben”, sagt Wiener Städtische-Vorstandsdirektor Hermann Fried.

Hitliste der Sportarten

Das Sportumfeld ist stark von Individualsport geprägt: Knapp jeder Zweite gibt an, vor allem alleine Sport zu betreiben. Mehr als ein Drittel sportelt mit Freunden oder in Gruppen und mehr als ein Viertel geht ins Fitness-Center. In der Hitliste der Sportarten liegen Laufen, Wandern und Walken mit 51 Prozent auf Platz eins. An zweiter Stelle rangiert Krafttraining an Geräten (31 Prozent), gefolgt von Schwimmen (26 Prozent) und Radfahren bzw. Mountainbiken (24 Prozent). Trendsportarten wie Yoga, Pilates oder Freelethics sind stark im Kommen.

Viele Jugendliche haben keine Zeit oder kein Interesse, in einem Sportverein aktiv zu sein. Lediglich ein Viertel der aktiven Jugendlichen ist Mitglied in einem Sportverein. “Jugendliche können heute aus einer größeren Auswahl von Sportanbietern wählen als früher. Sportvereine, die mehr Mitglieder wollen, werden ihre Bewegungs- und Sportangebote mehr auf Fitness, Gesundheit, Entspannung ausrichten sowie die Vielfalt an Möglichkeiten in den Vordergrund rücken müssen”, sagt Hermann Krist, Präsident des Sportdachverbandes ASKÖ. Dennoch sehen Jugendliche in einer Mitgliedschaft bei einem Sportverein wesentliche Vorteile: Vorhandene Anlagen, Geräte und auch diverse Trainingspartner und alles an einem Ort. Das Wichtigste und somit Grundvoraussetzung für die Befragten ist die örtliche Nähe eines Sportvereins. Interessant sind auch die regionalen Unterschiede bei den Vereinsmitgliedschaften: Spitzenreiter ist Vorarlberg, wo 33 Prozent der befragten Jugendlichen Mitglied in einem Sportverein sind, gefolgt von Salzburg (28 Prozent) und der Steiermark (26 Prozent). Schlusslichter sind Wien und das Burgenland mit 18 bzw. 16 Prozent.

Gadgets im Vormarsch

Sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen Jugendlichen liegen digitale Gadgets beim Sport voll im Trend – jeder Zweite nutzt diese in irgendeiner Form. Spitzenreiter dabei sind ganz klar Smartphone-Apps (38 Prozent), vor Schrittzählern (20 Prozent) und Pulsuhren (13 Prozent). Der Zugang der Jugendlichen zu digitalen Gadgets ist deutlich höher als bei Erwachsenen wie eine frühere Studie gezeigt hat.

(Red.)

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