Umfrage: Fast jeder zweite Wiener glaubt besser Auto zu fahren als die anderen

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Die Wiener schätzen ihre Fähigkeiten beim Autofahren tendenziell hoch ein
Die Wiener schätzen ihre Fähigkeiten beim Autofahren tendenziell hoch ein - © BilderBox.com (Sujet)
Wie eine aktuelle Umfrage des IFES-Instituts im Auftrag der Asfinag ergab, meint fast jeder zweite Wiener besser Auto zu fahren als die anderen. Ablenkung ist als Hauptunfallursache durchaus bekannt, 76 Prozent sagen auch, dass die Verantwortung für ihr sicheres Ankommen großteils bei jedem selbst liegt.

Gleichzeitig geben viele offen eine riskante Verhaltensweise zu, hieß es in einer Ausendung am Freitag. 84 Prozent der Befragten stufen ihren Fahrstil als “großteils sicherheitsbewusst” ein, 47 Prozent meinen gar, besser zu fahren “als die meisten anderen”.

19 Verkehrstote gab es 2016 bei Unfällen in Wien

19 Tote gab es im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Wien, 7.343 Menschen wurden verletzt. Die größten Probleme im Wiener Autobahn-Netz: zu hohes Tempo und zu wenig Abstand. Unangefochten an erster Stelle mit 56 Prozent: Ablenkung. “Nebentätigkeiten” hinterm Steuer oder auch nur geringe Tempoüberschreitungen werden in ihrem Risikopotenzial massiv unterschätzt. Dazu kommt enorme Selbstüberschätzung.

“Verkehrssicherheit klappt nur, wenn alle die wichtigsten Regeln beachten. Unsere Umfrage zeigt, dass sich viele nicht daran halten und das Risiko unterschätzen. Das sind aber nicht nur notorische Verkehrssünder, sondern auch viele ganz normale und grundsätzlich vernünftige Lenkerinnen und Lenker”, meinten die Asfinag-Vorstände Alois Schedl und Klaus Schierhackl in einer Aussendung. Die Asfinag startete bereits im Mai die Kampagne “Hallo Leben” für ein sicheres Miteinander auf Österreichs Straßen.

 IFES-Institut: Umfrage unter Autofahrern

Das IFES-Institut hatte im April 1.000 Lenker, die regelmäßig Autobahnen und Schnellstraßen nutzen, befragt. Die Ergebnisse für Wien: Persönliche Betroffenheit und vorgebliches Sicherheitsbewusstsein haben keinen positiven Einfluss auf das eigene Verhalten. So sind bei 41 Prozent der Befragten bereits Menschen aus dem engen Freundes- oder Bekanntenkreis bei einem Unfall getötet worden oder leiden an den Folgen.

Mehr als die Hälfte (52 Prozent) fahren schneller, wenn sie zu spät dran sind oder dringend zu einem Termin müssen. Sehr wenig Verkehr verleitet ebenfalls zum Gasgeben. Bei Tempo 130 hält jeder zehnte Befragte einen Abstand von nur maximal zwei Fahrzeuglängen, 45 Prozent halten drei bis sechs Fahrzeuge Distanz. Neun oder mehr Fahrzeuglängen Abstand halten nur neun Prozent der Befragten. Richtig wären mindestens 70 Meter, also etwa 14 Fahrzeuglängen. Das entspricht den zwei Sekunden Mindestabstand. 86 Prozent gaben auch an, zumindest ab und zu vorschriftswidrig Rechts zu überholen oder ein anderes Auto anzublinken oder anzuhupen, um es überholen zu können.

(apa/red)

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