Typisch Wien: Der Würstelstand

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Ein kleiner Imbiss für Zwischendurch.
Ein kleiner Imbiss für Zwischendurch. - © APA
Es geht um die Wurst in Wien: Der Würstelstand (korrekte Lautung: “Würschtlstand”) ist eine Institution des Stadtbildes. Der heimische Kult-Imbiss blickt auf eine lange Geschichte zurück.

1. Wie so viele traditionelle Kulinarik-Einrichtungen in Wien stammt auch der Würstelstand aus der Zeit der k.u.k.-Monarchie. Allerdings nicht in der Form, wie wir sie heute kennen. Ursprünglich waren es nämlich fahrbare Verkaufsstände oder Garküchen, die insbesonere Kriegsinvaliden als Einkommensquelle dienten.

2. Der Wiener Würstelstand in seiner heutigen Form entstand viel später: Erst in den 1960er-Jahren wurden fixe Stände in Wien zugelassen, davor gab es nur ein paar Ausreißer.

3. Der Würstelstand war von jeher ein Symbol der Wiener Geselligkeit, gilt er doch als  Treffpunkt für Menschen aus allen Schichten: Egal ob Hackler oder Manager, am Würstelstand sind alle gleich – damals wie heute.

4. Beim echten Wiener Würstelstand darf der Schmäh nicht fehlen – und auch nicht der richtige Jargon: Die „Eitrige mit an Bugl” etwa ist wohl jedem Wiener bekannt. Übersetzt: Ein Käsekrainer mit einem Brot-Endstück (auch als “Scherzerl” bekannt), dazu gibt es traditionell “an Schoafn” (also Senf) dazu.

5. Ein weiteres wichtiges Vokabel ist der Kinderschas” – also der Kremser Senf.

6. Übrigens: Die Käsekrainer ist nicht nur ein Klassiker des Würstelstandes, sondern auch eine österreichische Erfindung.

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Bild: Pixabay

7. Weiters zählen Bosna, DebrezinerFrankfurter und Hot Dog als Spezialitäten im Würstelstand-Sortiment. Dazu gibt es wahlweise ein Bier oder auch ein Himbeerkracherl.

8. Der Würstelstand hat es als kulinarischer Botschafter für Wien sogar auf den Opernball geschafft, wo es seit 2012 jedes Jahr ebenfalls einen gibt.

9. Der angeblich älteste Wiener Stand soll der “Würstelstand LEO” am Döblinger Gürtel 2 sein. Bereits 1928 gründete Leopold Mlynek sen. diesen ersten Würstelstand der Stadt. Zu den Gästen zählte später sogar Bundeskanzler Bruno Kreisky.

10. Weitere Berühmtheiten unter den Ständen sind der Würstelstand am Hohen Markt, “Zum scharfen Rene” gleich am Schwarzenbergplatz, die Bitzinger Würstelstände bei der Albertina und beim Riesenrad im Prater sowie der Würstelstand Am Graben in der Seilergasse. Natürlich gibt es noch viele mehr – auch wenn die Würstelstände in den letzten Jahren leider immer weniger geworden sind.

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