Türkei: Weiteres Kind an Infektion gestorben

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Türkei: Weiteres Kind an Infektion gestorben
In der Türkei ist ein weiteres Kind gestorben, das wegen einer möglichen Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Sie soll mit Wildgänsen Kontakt gehabt haben. Türkei-Urlauber nicht gefährdet

Das vierjährige Mädchen sei am Freitag in der Früh in einem Krankenhaus der südostanatolischen Stadt Diyarbakir gestorben, meldete der Nachrichtensender CNN-Türk.

Das Kind soll kurz vor seiner Krankenhauseinweisung am Donnerstag mit Wildgänsen Kontakt gehabt haben. Noch sei der Verdacht der Vogelgrippe nicht bestätigt, berichtete der Sender. Gewebeproben seien in ein Labor der Hauptstadt Ankara geschickt worden.

Sollte sich der Verdacht der Vogelgrippe bestätigen, würde die Zahl der Todesfälle in der Türkei auf vier steigen. Kurz nach Neujahr waren drei Geschwister aus der osttürkischen Stadt Dogubeyazit an der Vogelgrippe gestorben. Rund ein Dutzend weiterer Patienten wird wegen des Verdachts auf das Virus behandelt.

Genveränderter Virus

Einer der türkischen Vogelgrippe-Toten war mit einem genetisch veränderten Virus infiziert. Diese Mutationen erleichtern möglicherweise das Kapern menschlicher Zellen, berichtete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Das Virus habe eine Veränderung an seiner Andockstelle zu den Körperzellen, schreibt die WHO. Es seien jedoch weitere Forschungen nötig, um die Gefahr abzuschätzen. Derzeit gebe es noch keinen Hinweis auf eine Ansteckungskette unter Menschen.

Das Virus wurde am National Institute for Medical Research in London entziffert, das eng mit der WHO zusammenarbeitet. Eine der Genveränderungen sei bereits 2003 bei Vogelgrippeviren in Hongkong und 2005 in Vietnam festgestellt worden. Frühere Studien wiesen laut WHO darauf hin, dass sich diese Virusformen leichter an eine menschliche Zelle binden als an eine Vogelzelle. Die Forscher in London nehmen an, dass auch das in der Türkei isolierte Virus diese Eigenschaft hat.

Diese Genveränderungen seien kein Grund zur Panik, sagte die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit, Elke Reinking am Freitag. „Es liegt in der Natur des Erregers, sich anzupassen.“ Das Virus habe sich nur geringfügig verändert. Diese leichten Mutationen träten häufiger auf, betonte Reinking mit Verweis auf die Fälle von 2003 und 2005. Damals seien keine Auswirkungen auf die Ausbreitung der Infektion festgestellt worden. „Man muss diese Veränderungen aber weiter im Auge behalten.“

In der Türkei hat die WHO 18 Vogelgrippe-Infektionen bestätigt. Drei Geschwisterkinder sind gestorben. Weltweit geht die WHO derzeit von rund 150 bestätigten Fällen aus, etwa 80 Patienten sind gestorben.

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