Türkei: Vogelgrippe erreicht Küste

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Türkei: Vogelgrippe erreicht Küste
Vogelgrippe erreicht türkische Ägäis – das Virus sei bei Vögeln in der Stadt Kusadasi (deutsch: Vogelinsel) festgestellt worden, nachdem dort Tauben, Amseln und Ringeltauben verendet seien.

Dies berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi am Dienstag. Vier Menschen in dem Gebiet wurden mit Verdacht auf eine Infektion ins Krankenhaus gebracht. Bei den vier neuen türkischen Verdachtsfällen handelt sich um eine Mutter und ihren zweijährigen Sohn sowie einen 15-Jährigen. Alle drei stammen aus der Provinzhauptstadt Aydin. In Kusadasi sei ein dreijähriger Bub erkrankt, der mit einem kranken Huhn gespielt haben soll. Ergebnisse der Proben, die in ein Labor nach Istanbul geschickt wurden, seien in drei Tagen zu erwarten.

Bestätigt wurde ein weiterer Fall im Osten der Türkei. Es handle sich um einen Patienten aus der Provinz Sivas, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag in Ankara mit. Bei 60 weiteren Menschen, die auf den gefährlichen Erreger H5N1 getestet wurden, sei dagegen keine Infektion festgestellt worden. Die Zahl der Vogelgrippe-Patienten, die derzeit in türkischen Krankenhäusern behandelt werden, ist damit auf 13 gestiegen. Drei Kinder waren in der vergangenen Woche in der Universitätsklinik der osttürkischen Stadt Van gestorben.

Das deutsche Robert©Koch-Institut (RKI) kritisierte die türkische Informationspolitik. Die Vogelgrippeausbrüche seien in der Türkei „so massiv und so weit verbreitet, dass das Virus schon lange im Land sein muss, nämlich wahrscheinlich Wochen bis Monate“, sagte RKI-Präsident Reinhard Kurth im „ARD-Morgenmagazin“.

Angesichts der neuen Fälle in der Türkei haben die griechischen Behörden die Kontrollen in den östlichen Grenzregionen des Landes verschärft. Wie das staatliche griechische Fernsehen (NET) am Dienstag berichtete, werden alle aus der Türkei kommenden Fahrzeuge an den Übergängen des Grenzflusses Evros (türkisch: Meric) desinfiziert. Auf Bauernhöfen und Schutzgebieten im Osten des Landes finden intensive Gesundheitskontrollen bei Vögeln und Geflügel statt.

Die Behörden in der Ukraine berichteten am Dienstag, auf drei weiteren Bauernhöfen auf der Krim-Halbinsel sei das H5N1-Virus nachgewiesen worden. Die Höfe seien desinfiziert und mehr als 172.000 Tiere vorsorglich getötet worden. Das Virus war zuvor bereits in 14 Dörfern auf der Krim aufgetaucht. Menschen sind offiziellen Angaben zufolge in der Ukraine nicht erkrankt. Zum Schutz vor einer möglichen Ausbreitung der Seuche in Russland hat Präsident Wladimir Putin Maßnahmen im ganzen Land angeordnet. So sollen Lebensmittelmärkte und -transporte streng kontrolliert werden. An den Grenzen zur Türkei, nach Armenien und Georgien sowie in den Schwarzmeer-Häfen sollen Einreisende untersucht werden, wie die Nachrichtenagentur RIA-Nowosti meldete.

In Österreich gibt es eine behördliche Liste von Risikogemeinden, in denen unter anderem die Fütterung der Tiere nur in Ställen erlaubt ist. Betroffen sind alle Bundesländer, wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Die Listen der Gemeinden wurden von den Ländern selbst erstellt, sie umfassen in erster Linie Kommunen, die an Flüssen, Seen oder Zugvögelrouten liegen. Aufrecht geblieben ist die Meldepflicht für Geflügelhalter, sie gilt in ganz Österreich. Davon ausgenommen sind lediglich Ziervögel, die nie ins Freie dürfen.

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