Türkei: Unsicherheit und Erleichterung am Flughafen Wien

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Reisende am Wiener Flughafen schildern ihre Meinungen zu den Vorfällen in der Türkei
Reisende am Wiener Flughafen schildern ihre Meinungen zu den Vorfällen in der Türkei - © APA
Der gescheiterte Militärputsch in der Türkei hat auch große Auswirkungen auf den Flugverkehr. Warteschlangen an Flugschaltern am Wiener Flughafen und gestrichene Flüge waren die Folge.

Insgesamt wurden zwölf von 39 Verbindungen aufgrund die Vorfälle in der Türkei am Samstag und die damit gekoppelte unsichere Lage gestrichen.

Warteschlange bei den Turkish Airlines-Schaltern

In der Abflughalle hatte sich am frühen Nachmittag eine lange Schlange vor den Turkish Airlines-Schaltern gebildet. Zum Teil warteten die Menschen mehr als eine Stunde, um an Informationen zu gelangen, wie der APA erzählt wurde. Viele hatten das Problem, dass ihre Flüge gestrichen wurden und sie nun nicht wussten, wie sie ihre Reise in die Türkei antreten sollten.

Unsicherheit bei Fluggästen in die Türkei

Bei anderen Wartenden herrschte unterdessen Unsicherheit, ob ihr Flug auch tatsächlich stattfinden werde: “Hier steht zwar, dass mein Flug ‘on time’ ist, aber ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob das stimmt”, erklärte beispielsweise ein Student der APA. Ausfälle gibt es laut Flughafen-Informationen bei Verbindungen von bzw. nach Istanbul, Ankara, Antalya, Dalaman und Kayseri. Nicht betroffen seien die Ziele Izmir, Trabzon, Bodrum und Istanbul-Sabiha Gökcen.

Erleichterung bei Heimkehrern

Vom Flughafen Istanbul-Sabiha Gökcen kamen auch einige Heimkehrer mit einer Turkish-Airlines-Maschine nach Wien. “Wir hatten Glück, da wir aus Spargründen den Rückflug von Sabiha gebucht haben”, erzählte die Wienerin Anna Goluchowski der APA. Sie hat mir ihrem Freund Ümit Erdogan – der versicherte, nicht mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan verwandt zu sein – einen Badeurlaub in Belek verbracht.

Straßensperren und Demonstrationen

Vom Putsch haben die beiden erst auf ihrer Fahrt zum Flughafen etwas mitbekommen. Im Bus hörten sie die Nachrichten im Radio.”Es war eine Überraschung für uns. Wir kommen direkt vom Urlaub, wir wollten eigentlich nur Sonne auftanken, meine Freundin und ich – und auf einmal sehen wir hier, was da los ist im Land”, erzählte Erdogan. Sie hätten “viele Straßensperren, viele Leute auf der Straße, viele Demonstrationen, viele sehr aufgebrachte Leute, die für ihr Recht kämpfen wollen und was im Land verändern wollen” gesehen.

Panzer vor dem Flughafen in Istanbul

“Natürlich hat man Angst”, gestand Erdogan gegenüber der APA auch ein: “Schüsse haben wir nicht gehört, aber es waren Panzer direkt vor dem Flughafen.” Daher waren sie sehr vorsichtig, wie seine Freundin weiters erzählte: “Am Flughafen haben wir immer geschaut, dass wir weg von den Menschenmassen sind.” In ihrem Flugzeug nach Wien sei auch ein österreichischer Geschäftsmann gesessen, der die letzten drei Kilometer zum Flughafen zu Fuß gegangen sei, da es auf den Straßen kein Durchkommen mehr gab, schilderten die beiden.

Bevölkerung ging auf die Straße

Auch der 21-jährige Yunus Ural aus Linz steckte auf dem Weg zum Flughafen fest: “Wir sind stundenlang im Stau gestanden. Es war sehr anstrengend.” Er hat die Nacht auf den heutigen Samstag rund 200 Kilometer östlich von Istanbul, in der Stadt Sakarya, erlebt. Dort sei die Bevölkerung ebenfalls auf die Straße gegangen: “Ich war auch live dabei, ich war natürlich auch dagegen. Was in Ankara und Istanbul passiert ist, haben wir natürlich mitbekommen.”

(APA/Red.)

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