Tschechien: Schwarzenberg schließt Präsidenten-Kandidatur nicht aus

Tschechien: Schwarzenberg schließt Präsidenten-Kandidatur nicht aus
In einem Interview mit einer tschechischen Wochenzeitschrift sagte er, die Kandidatur würde ihn locken, wenn die für Anfang 2013 geplante Wahl des Präsidenten schon direkt durch das Volk erfolgen würde, “weil ich die Wahl-Gefechte liebe”.

Außerdem werde seine eventuelle Kandidatur davon abhängen, wie er sich aus gesundheitlicher Sicht fühle. “Für mich ist es wichtig, wie ich mich 2013 fühlen werde. Es handelt sich um eine fünfjährige Verpflichtung, sodass ich erst 2018 damit aufhören könnte, wenn ich bereits über 80 bin. Und niemals hätte ich Urlaub”, so Schwarzenberg, der im Dezember seinen 74. Geburtstag feiern wird, gegenüber der Wochenzeitung “Tyden”.

“Ich muss in Ordnung sein, das ist ausschlaggebend, um das auszuhalten. Es hat keinen Sinn, in die Wahl zu gehen und nach zwei Jahren zu sagen, dass ich nicht mehr kann”, sagte der Außenminister weiter.

Deutschland wichtigster Verbündeter

Wenn er schließlich doch zum Präsidenten gewählt würde, würde er es als seine “erste Aufgabe betrachten, dass die Beziehungen zu Deutschland so gut wie möglich” seien. “Ich würde mir die Weltkarte anschauen und feststellen, wie viele Großstädte in der Welt schon mehr Einwohner als die gesamte Tschechische Republik haben. Wir müssen uns im Klaren sein, dass Deutschland unser wichtigster Verbündete war, ist und sein wird”, betonte Schwarzenberg.

Der Außenminister ist seit längerem im Gespräch als möglicher Nachfolger des jetzigen Präsidenten Vaclav Klaus, dessen zweite und letzte fünfjährige Amtsperiode im März 2013 zu Ende geht. Unklar ist, ob das nächste Staatsoberhaupt wieder vom Parlament oder bereits direkt vom Volk gewählt wird.

Die Regierungskoalition des konservativen Premiers Petr Necas (ODS) hat sich bereits auf die Einführung einer Volkswahl bei der Präsidentenwahl geeinigt. Einverstanden sind auch die oppositionellen Sozialdemokraten (CSSD), allerdings streiten die ODS und die CSSD noch über einige Fragen, vor allem bezüglich der künftigen Kompetenzen des Staatschefs. Aufgrund dessen befasst sich das Parlament noch nicht mit einer entsprechenden Verfassungsänderung, was Zweifel nährt, ob die erste Direktwahl tatsächlich bereits 2013 stattfinden wird.

(APA)

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