Toter unter Favoritner Balkon: Mordverdächtiger aus Haft entlassen

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Der am Samstag verhaftete Mordverdächtige wurde wieder freigelassen.
Der am Samstag verhaftete Mordverdächtige wurde wieder freigelassen. - © APA (Sujet)
Der unter Mordverdacht festgenommene 57-Jährige, der Samstagfrüh in jener Wohnung in der Gußriegelstraße in Wien-Favoriten angetroffen wurde, unter deren Balkon der 55-jährige Mieter tot aufgefunden wurde, ist am Sonntag enthaftet worden. Die Polizei geht nach der Einvernahme davon aus, dass der Mann noch gar nicht in der Wohnung war, als der 55-jährige Wohnungsinhaber vom Balkon stürzte.

Der dringende Tatverdacht sei damit vorerst vom Tisch, so Thomas Keiblinger von der Landespolizeidirektion auf APA-Anfrage. Der 57-Jährige, dessen Befragung aufgrund seiner hochgradigen Alkoholisierung zunächst verschoben hatte werden müssen, erklärte den Kriminalisten, er wäre Samstag früh in die Wohnung seines Bekannten gekommen. Beide Männer – gebürtige Russen – kannten einander seit langem und waren gut befreundet.

Ermittlungen nach Mordverdacht in Wien-Favoriten

“In der Wohnung hat er den 55-Jährigen nicht angetroffen, sich daher mit einer mitgebrachten Flasche Wein hingesetzt und über den PC des Wohnungsbesitzers ein Virenprogramm laufen lassen”, berichtete Keiblinger. Dass der Mann, den er besuchen wollte, zu diesem Zeitpunkt auf der schmalen Grünfläche unterhalb seines im dritten Stock gelegenen Balkons lag, will der 57-Jährige nicht mitbekommen haben. Er behauptet, davon erst Kenntnis erlangt zu haben, als Polizeibeamte in die Wohnung kamen, deren Tür sich einfach von außen aufdrücken lässt, nachdem Passanten den Toten gefunden hatten.

Wie inzwischen die Obduktion ergeben hat, war “eindeutig” der Sturz todesursächlich, so Keiblinger. Die Leiche wies abgesehen davon keine sonstigen Verletzungen auf, die auf eine tätliche Auseinandersetzung hinweisen würden. In der Wohnung fanden sich auch keine Kampfspuren. Der 57-Jährige, der aus der damaligen Sowjetunion geflüchtet war, danach in Berlin gelebt hatte und sich nun seit längerem in der Bundeshauptstadt befindet, hatte den um zwei Jahre jüngeren Mann zwei bis drei Mal die Woche besucht. Ob dessen Ableben auf einen Unfall zurückzuführen ist, will die Polizei im Zuge weiterer Erhebungen klären. Inwieweit der 55-Jährige alkoholisiert war, steht derzeit noch nicht fest.

(apa/red)

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