Tod vor Disco in Vösendorf: 17-Jähriger wurde niedergeschlagen

Nach dem angeblichen Drogentod eines 17-Jährigen sind nun neue Erkenntnisse bekannt
Nach dem angeblichen Drogentod eines 17-Jährigen sind nun neue Erkenntnisse bekannt - © APA (Sujet) / Pixabay
Rund um den vermeintlichen Drogentod eines 17-Jährigen vor der “Eventarena” in Vösendorf im Februar 2017 steht nun fest, dass der Jugendliche von einem 19-Jährigen niedergeschlagen wurde.

War im vorläufigen Obduktionsbefund noch von einer Suchtmittelintoxikation hinsichtlich der Todesursache die Rede, kamen über Aussagen von Angehörigen Zweifel auf – der Jugendliche sei Boxer sowie Kraftsportler und kein Junkie gewesen. Die Polizei konnte einen 19-Jährigen ausforschen, der das in einer Beschuldigtenvernehmung zugegeben hat.

Tod eines 17-Jährigen vor Vösendorfer Disco: Neue Erkenntnisse

Die Zweifel am angeblichen Drogentod haben sich nun insoweit erhärtet, als belegt ist, dass der 17-Jährige nach dem Verlassen der Disco in eine tätliche Auseinandersetzung mit einer Gruppe Jugendlicher verwickelt wurde. Er soll im Vorbeigehen ein Mädchen beschimpft haben, worauf deren Freund – ein 19 Jahre alter Lehrling – dazwischen ging und dem 17-Jährigen einen Stoß versetzte, der seinerseits Fußtritte austeilte, die den jüngeren Bruder des 19-Jährigen trafen.

“Dann brannten mir einfach die Sicherungen durch”

“Ich spürte, wie ich zunehmend aggressiver wurde, und dann brannten mir einfach die Sicherungen durch. Wenn es um meine Familie geht, habe ich sehr starke Gefühle, und ich wollte meinen Bruder beschützen”, gab der 19-Jährige in seiner polizeilichen Einvernahme Anfang März zu Protokoll. Er habe dem 17-Jährigen deshalb “mit meiner rechten Faust einen Schlag in sein Gesicht” verpasst. Der Jüngere ging sogleich zu Boden – insofern kein Wunder, als der 19-Jährige 1,95 Meter groß und kräftig gebaut ist. Der 17-Jährige sei “wie ein Stück Holz umgefallen”, gab der ebenfalls vernommene Bruder des 19-Jährigen zu Protokoll. Die Gruppe lief danach davon, ohne sich weiter um den Verletzten zu kümmern – allerdings hatte ein Taxifahrer die Szenen beobachtet, der in weiterer Folge der Polizei entscheidende Ermittlungsansätze liefern konnte.

Gerichtsmedizinisches Gutachten wird Aufklärung bringen

Bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ist in dieser Sache ein Ermittlungsverfahren anhängig, das derzeit noch gegen unbekannte Täter geführt wird, erklärte Behördensprecher Erich Habitzl am Freitagnachmittag auf APA-Anfrage. Woran der 17-Jährige tatsächlich gestorben ist, wird wohl erst das gerichtsmedizinische Gutachten klären, das auch auf chemisch-toxikologische Untersuchungen der Leiche zurückgreifen kann. “Wir warten noch auf das Sachverständigengutachten und den Abschlussbericht der Polizei”, teilte Habitzl mit.

(APA/Red.)

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