Tod von Hannes Arch: Absturzursache gibt weiter Rätsel auf

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Kunstflugpilot Hannes Arch kam bei einem tragischen Hubschrauberabsturz ums Leben.
Kunstflugpilot Hannes Arch kam bei einem tragischen Hubschrauberabsturz ums Leben. - © APA/EXPA; Montage: VOL.AT
Der Grund für den Absturz des Star-Piloten Hannes Arch ist weiterhin nicht geklärt. Die Obduktion des Piloten gab keine Hinweise auf eine körperliche Ursache.

Air-Race-Pilot Hannes Arch war zum Zeitpunkt seines tragischen Absturzes im Glocknergebiet in Kärnten offenbar körperlich in bester Verfassung. Die Obduktion habe keine Hinweise auf eine körperliche Beeinträchtigung, etwa einen Infarkt, gegeben, die zu dem Absturz hätte führen können, berichtet die “Bild”. “Er war nach Stand der Rechtsmediziner völlig fit”, sagte Polizeisprecher Michael Masaniger der Zeitung. Arch starb der Untersuchung zufolge an einem Genickbruch.

Trümmer werden untersucht

Die Unfallstelle sei Polizeiangaben zufolge bereits geräumt. Die Trümmer werden nun untersucht, erst wenn eine technische Ursache auszuschließen ist, würde in Richtung menschliches Versagen ermittelt, sagte Johannes Wodrich, Leiter der Sicherheitsuntersuchungsstelle im Bundesverkehrsministerium. Mit dem Bericht der Flugunfallkommission ist erst in einigen Monaten zu rechnen. Archs Begleiter, der den Absturz schwer verletzt überlebt hatte, wurde bereits befragt, habe aber keine Hinweise zur Absturzursache liefern können.

Gegenüber der “Bild” sagte der Begleiter: “Hannes meinte, er habe eine Nachtflug-Ausrüstung. Ich habe das akzeptiert. Als ich dann drin saß und nur der Lichtstrahl des Start- und Landescheinwerfers zu sehen war, sah ich keine Konturen mehr. Dann hat er sich durch das Gelände getastet, nur mithilfe der Scheinwerfer.” Im Lichtkegel sei demnach plötzlich eine Felswand aufgetaucht, Arch habe vergeblich versucht, noch hochzuziehen. “Hannes stieß einen Todesschrei aus, den vergesse ich nie”, so der Begleiter.

Der Absturzort in der Grafik. APA ©

Flugroute wirft Fragen auf

Arch hatte als Inhaber einer Flugtransportfirma die Elberfelder Hütte mit Lebensmitteln beliefert. Wie der “Kurier” berichtet, gebe es keine Transponder-Aufzeichnungen über den Flug, der Arch und seinen Begleiter von der Elberfelder Hütte nach Salzburg bringen sollte. Der Transponder zeichnet normalerweise die Route eines Fluges auf. Damit wird ermöglicht, Abstände zu anderen Flugobjekten zu erkennen und die Route gegebenenfalls zu korrigieren.

Neben technischem Versagen sei eine Möglichkeit, dass Arch den Transponder selbst abgeschaltet habe. Grund dafür könnten dem Bericht des “Kurier” zufolge fehlende Genehmigungen für den Flug sein. Arch habe zwar eine Landeerlaubnis an der Elberfelder Hütte, allerdings seien Nachtflüge normalerweise nur von Flugplatz zu Flugplatz erlaubt. Ob der nächtliche Start des Hubschrauber an der Hütte genehmigt gewesen ist, sei bislang nicht bekannt.

(Red.)

 

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