Tirol will gesamte Isel als Natura 2000-Gebiet ausweisen

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Die umstrittene Natura-2000-Ausweisung der Isel in Osttirol ist endgültig auf Schiene. Die schwarz-grüne Landesregierung beschloss am Dienstag in ihrer Sitzung die Nominierung des gesamten Flusses und eines Teils ihrer Zubringerbäche als Natura 2000-Gebiet. Dieser Nominierungsvorschlag werde nun in Begutachtung geschickt, erklärten die Regierungsspitze bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.


Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und seine Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) sprachen unter anderem von einem “Diskussionsprozess” und einem “Beteiligungsprozess” mit den Möglichkeiten zu Stellungnahmen, der mit der Begutachtung einhergehe. Felipe bezeichnete die Ausweisung als “Meilenstein”. Bürgermeister von betroffenen Osttiroler Gemeinden waren in den vergangenen Monaten gegen die Ausweisung der gesamten Isel Sturm gelaufen, und forderten ein Machtwort von Landeshauptmann Platter.

Die Gemeindechefs wollten nur Teile des Flusses und seiner Zubringer als Natura-2000-Gebiet ausweisen und sahen unter anderem den Bau von Kraftwerken gefährdet. Bei der Natura 2000-Ausweisung der Isel geht es vor allem darum, den Lebensraum des Ufergewächses Deutsche Tamariske zu schützen. Gleichzeitig beschloss die Landesregierung am Dienstag auch ein regionalwirtschaftliches Rahmenprogramm für Osttirol, das mit zehn Millionen Euro in zehn Jahren dotiert ist.

Erfreut über die Entscheidung der Tiroler Landesregierung zeigte sich der Umweltdachverband. “Damit ist jetzt die Basis dafür geschaffen, dass dieser letzte große frei fließende und ökologisch funktionsfähige Gletscherfluss der Ost-Alpen in seiner Dynamik bewahrt wird und einer der wenigen verbliebenen, repräsentativen Lebensräume der Deutschen Tamariske für zukünftige Generationen erhalten bleibt”, betonte Präsident Franz Maier in einer Aussendung. Der WWF sprach einerseits von einem “Freudentag”, sah aber andererseits auch nur einen “Teilerfolg” für den Naturschutz. Zu den Freudentränen würde sich auch Trauer darüber mischen, dass die Zubringer Schwarzach und Kalserbach nicht ausgewiesen wurden.

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