Thiem bei ATP Finals gegen Nadal, Dimitrow und Goffin

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Für Thiem ist es die zweite Masters-Teilnahme
Für Thiem ist es die zweite Masters-Teilnahme - © APA (AFP)
Rafael Nadal, Grigor Dimitrow und David Goffin. So lauten die Gegner von Dominic Thiem bei seinen zweiten ATP World Tour Finals in der Gruppe “Pete Sampras” in London. Thiem trifft am Montag (nicht vor 15.00 Uhr/live Sky) zum Auftakt des mit acht Millionen Dollar dotierten Saisonfinales auf den Bulgaren Dimitrow. Dies hat die Auslosung am Mittwochvormittag ergeben.

Die weiteren Spieltage Thiems innerhalb seiner Round-Robin-Gruppe sind somit am Mittwoch und Freitag, die Halbfinali gehen am Samstag, das Endspiel am Sonntag (19.11.) in Szene. Die jeweiligen Montag-Gewinner bzw. -Verlierer treffen am Mittwoch aufeinander. In der Gruppe “Boris Becker” trifft der Schweizer Turnierfavorit Roger Federer auf Alexander Zverev (GER-3), Marin Cilic (CRO-5) und Jack Sock (USA-8). Federer eröffnet am Sonntag gegen Sock.

“Es ist in jedem Fall tough. Da ist kein Spieler dabei, bei dem du sagst, da bist du garantiert Favorit. Das gibt es nicht beim Masters”, erklärte Thiem-Coach Günter Bresnik am Mittwoch gegenüber der APA. An der Ausgangslage hat sich freilich aufgrund der Auslosung nichts geändert. Zu einer Zielformulierung lässt sich Bresnik nicht verführen: “Du schaust, dass du so gut wie möglich spielst. Du weißt nicht wie sich das entwickelt, wie du mit den Verhältnissen zurechtkommst. Da gibt es tausend offene Fragen”, erklärte der 56-jährige Niederösterreicher und fügte hinzu. “Du musst einfach vom ersten Tag an auf höchstem Niveau spielen. Da sind die Top 8 der Welt. Da spielst du jeden Tag gegen einen potenziellen Gewinner.”

Einen potenziellen Sieg traut Bresnik durchaus auch seinem Schützling zu. “Alle acht können das Turnier gewinnen. Ich traue Dominic immer alles zu. Nicht nur aufgrund der letzten paar Tage Training, sondern er spielt einfach bei Großanlässen immer sehr gut”, sagte der Thiem-Coach.

Gegen Dimitrow hat Thiem in bisher drei Duellen eine 2:1-Bilanz. Gegen den spanischen Weltranglisten-Ersten Nadal hat Thiem in bisher sieben Aufeinandertreffen zweimal gewonnen, alle Begegnungen gegen den Topstar waren auf Sand. Und gegen den Belgier Goffin hat der zweifache French-Open-Halbfinalist in insgesamt zehn Begegnungen dreimal gewonnen (einmal wegen Aufgabe Goffins).

Bresnik reiste mit Thiem noch am Mittwoch nach London. Am Donnerstag wird das Oktett beim offiziellen Dinner, diesmal im Tower of London, vorgestellt. Normalerweise trainiert man vor Ort immer mit Spielern der anderen Gruppe. “Wir haben für Freitag ein Training mit Goffin ausgemacht, das werden wir schon machen”, verriet Bresnik.

Auch Thiem selbst hat sich noch vor der Auslosung für die ATP Finals in London in einem ORF-TV-Interview zu den letzten Entwicklungen geäußert. Der seit Montag als Vierter erstmals in die Top 5 vorgestoßene Niederösterreicher freut sich über das Erreichen dieses Meilensteins. Seine Probleme mit den offenen Wunden an den Zehen hat er nun im Griff.

“Es ist besser. Ich war bei einigen Fußspezialisten, das hat wirklich geholfen. Es ist nicht schlimm. Es ist halt nur, wenn etwas über fast Monate hinweg wehtut, wird es halt irgendwann nervig”, erklärte Thiem. Man beginne falsch zu laufen, sich nicht mehr so gut zu bewegen und das habe natürlich einen Einfluss auf das Gesamtspiel. Nun hat Thiem es aber “ganz gut im Griff”. “Ich hoffe, dass es bei der Matchbelastung in London so bleibt.”

Im Race to London war Thiem ja schon länger auf Platz vier gelegen, nun “spuckte” ihn am vergangenen Montag auch das ATP-Ranking erstmals in den Top 5 und auf Platz 4 aus. “Das ist super. Ich wollte unbedingt in die Top 5 in dem Jahr. Das ist mir gelungen. Natürlich schon mit einiger Mithilfe von den anderen, aber trotzdem: es ist das Ranking vom ganzen Jahr. Daher ist es auch verdient und ein Riesenziel, was ich erreicht habe”, sagte der diesjährige Rio-Sieger, French-Open-Halbfinalist sowie Finalist in Madrid und Barcelona.

Das Feld der acht Spieler in London findet Thiem “cool”. “Mit Sock und Dimitrow sind zwei Neue dabei, die extrem gut reinpassen, finde ich. Es ist ein bisserl ein jüngeres Feld bis auf Federer und Nadal.” Sein Vorhaben will Thiem nicht zu hoch ansetzen, weil er eben zuletzt auf der Tour auch von seiner Topform weit entfernt war. “Ein Halbfinale wäre super, aber ich glaube, dass ich im Match (zuletzt) zu schwach gespielt habe, dass ich mir da ein Halbfinale vornehmen kann. Wenn es passiert, wäre es wunderschön. Wenn nicht, dann hoffe ich, dass ich wieder bessere Leistungen bringe”, erklärte Thiem im ORF.

Thiem-Gegner Nadal meldete sich indes über seinen Coach Carlos Moya für das World-Tour-Finale fit. Nadal hatte vergangene Woche beim Masters-1000-Turnier in Paris für sein Viertelfinale wegen Kniebeschwerden w.o. gegeben. “Rafas Knie ist okay”, sagte Moya am Rande eines Coaching-Workshops im Rahmen des Next Gen ATP-Finals in Mailand. “Er wird in London wettbewerbsfähig sein, da es das einzige große Turnier ist, das er noch nicht gewonnen hat”, so Moya.

Ausgelost wurden am Mittwoch auch die beiden Doppel-Gruppen. Das Ersatzteam Oliver Marach/Mate Pavic (AUT/CRO) bleibt vorerst auch Ersatz, die acht vor ihnen gereihten Teams wurden ausgelost.

(APA)

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