“The Invisible Show”: Ausstellung am ansonsten verborgenen Dachboden des Wiener Museumsquartiers

"The Invisible Show" am Dachboden des Wiener Museumsquartiers.
"The Invisible Show" am Dachboden des Wiener Museumsquartiers. - © MQ Wien/Conny Habbel
Mit “The Invisible Show” tritt der ansonsten für die Öffentlichkeit verborgene Dachboden des Wiener Museumsquartiers wieder ins Blickfeld. Doch obwohl man ob des Namens meinen könnte, es gibt nichts zu sehen: Im Dachgestühl der einstigen Hofstallungen wird die Welt der Museen ausgebreitet. Es werden vor allem die wenig erschlossenen Gegenden bereist.

Meist stehen sie im Mittelpunkt, aber: Kulturareale besehen nicht nur aus Ausstellungs-Raumfluchten, auch Hinterzimmer, Eingänge, Umgebungen und Menschen in Form von Besuchern und Wärtern gehören zum Ambiente. Sie wurden für den Dachboden-Rundgang in erster Linie filmisch und fotografisch dokumentiert. Die bei freiem Eintritt bis 20. November geöffnete Schau läuft im Rahmen des Foto-Festivals “eyes-on”.

“The Invisible Show” – Museen bezogen in Wien am Dachboden Quartier

Auch ein Begleiter ist am geführten Rundgang mit dabei: Der Gefährte ist niemand geringerer als der Austrofred. Anders als bei seinem erste Auftritt im MQ-Oberstübchen im Jahr 2014 ist er jedoch nicht leibhaftig zugegen. Damals widmete er sich in der Performance-Revue “The Making Of Österreich” der rot-weiß-roten Imagepflege. Nun kommt seine Stimme vom Band. Die austriakische Reinkarnation von Freddy Mercury fungiert als Audioguide durch die von Kurator Vitus Weh gestaltete Show.

Mit einem “Griaß eich” wird man zum Auftakt begrüßt. Anschließend folgt man den mittels Kopfhörer erteilten Anweisungen, erklimmt Stiegen bzw. spaziert über Stege und macht an diversen Stationen halt. Diese warten teils mit eher unerwarteten Objekten wie Grünpflanzen auf. Jedoch, so ist zu erfahren, früher gehörten diese in Ausstellungen zum Alltag. Auch Sackerl aus diversen Museumsshops werden präsentiert.

Schau im Rahmen des Foto-Festivals “eyes-on”

Ein Foto des 1991 geschaffenen Figurenensembles “Guarded View” von Fred Wilson macht Museumswärter sichtbar – da sie ob ihrer fehlenden Köpfe auffallen. Ansonsten, so weiß der Austrofred, werden die Aufpasser in den Hallen der Kunst nicht wahrgenommen. Sie gehören quasi zum Inventar.

Das Exterieur des Museumsquartiers – also der im Sommer freizeittechnisch überaus belebte Hof – wird dem Berliner Kulturforum gegenübergestellt. “Oje”, schallt es aus dem Kopfhörer angesichts einer “Steinwüste”. Ein Kurzhörspiel erörtert weiters die Frage, ob man in Ausstellungen über die gezeigte Kunst reden darf oder besser schweigt. Ein Kurzfilm von Conny Habbel, in dem der Wärter mit dem prägnanten Oberlippenbart schließlich mit Pausenbrot auf der Parkbank gezeigt wird, beendet den Rundgang.

“The Invisible Show” im Wiener Museumsquartier vom 26. Oktober bis 20. November täglich von 17.00 bis 19.00 Uhr. Eingang im Hof 7. Der Eintritt ist frei.

(apa/red)

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