“The Ineffable Me”: Casady, Bernholz und Wagner im Wiener brut

Die Musikerinnen Casady, Bernholz und Wagner treten im Wiener brut auf.
Die Musikerinnen Casady, Bernholz und Wagner treten im Wiener brut auf. - © APA (Sujet)
Im Rahmen der Konzertreihe “The Ineffable Me” ist Musikerin Bianca Casady am Donnerstag mit ihrem Soloprojekt im Wiener brut live zu erleben. “Ich war immer die dunkle Seite von CocoRosie”, so die Musikerin. Auch Elizabeth Bernholz und Mirel Wagner werden auftreten.

Der Teufel, salzige Tränen und abgehackte Hände: Das Universum von Bianca Casady präsentiert sich meist unheimlich-düster. “Ich war immer die dunkle Seite von CocoRosie”, erklärte die Musikerin in einem Interview. Statt gemeinsam mit ihrer Schwester Sierra ist sie nun am Donnerstag im Wiener brut aber mit ihrem Soloprojekt zu erleben. Anlass ist die Konzertreihe “The Ineffable Me”.

Drei Musikerinnen im Wiener brut geladen

Für diese hat sich das nunmehr vor Kira Kirsch geleitete Haus am Karlsplatz drei sehr unterschiedliche Musikerinnen geladen. Den Auftakt macht Bianca Casady, wobei wohl auch “Poor Deal” erklingen dürfte – jener Song über den teuflischen Pakt und den Verlust von Extremitäten. Begleitet wird sie dabei von “the C.i.A”, befreundete Musiker und Künstler, die das Material des für das Frühjahr 2016 angekündigten Albums “Oscar Hocks” zum ganzheitlichen Erlebnis werden lassen sollen. Nichts weniger als die Dekonstruktion der Konzertsituation selbst hat man sich vorgenommen.

Casady als Auftakt, Twin und Wagner setzen fort

Fortgesetzt werden die Begegnungen mit dem “unbeschreiblichen Ich” von Gazelle Twin: Die Britin Elizabeth Bernholz hat unter diesem Namen nicht nur beim diesjährigen Donaufestival in Krems aufgespielt, sondern allen voran einen bleibenden Eindruck im weiten Feld verstörender Elektronik hinterlassen. Im Vorjahr erschien mit “Unflesh” ihr zweites Studioalbum, ein pulsierendes Etwas zwischen knarzenden Sounds, einer eisigen Ästhetik und weitläufigen, atmosphärischen Momenten. Besonders ihre teilweise nur als zarter Hauch wahrnehmbare Stimme setzt im Kontrast zu den sich auftürmenden Lärmschichten für besondere Dynamik.

Am Samstag steht schließlich Mirel Wagner auf der Bühne des brut: Sie mag auf den ersten Blick zwar die zugänglichste und friedfertigste Protagonistin dieser Konzertreihe sein, offenbart mit ihren reduzierten Folksongs aber gehörigen Tiefgang. Die finnische Musikerin mit äthiopischen Wurzeln hat vor vier Jahren ihr Debüt vorgelegt und für das im Vorjahr veröffentlichte “When the Cellar Children See the Light of Day” einen Nordic Music Prize eingeheimst. Immer wieder tun sich in ihren Texten Abgründe auf, gelingt ihr scheinbar mühelos der Schwenk von zutraulichem Blues zur Melancholie und hallen Songs wie “The Dirt” oder “1 2 3 4” noch lange nach.

(APA/Red)

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