The Gift – Trailer und Kritik zum Film

The Gift – Trailer und Kritik zum Film
Die toten Zierfische im Teich vor dem Haus kommen erst in der Mitte des Films zum Vorschein. Es dauert auch eine Weile, ehe der nette Hund von Robyn und Simon aus unerklärlichen Gründen verschwindet.

Ist er einfach nur weggelaufen oder wurde er von Gordo entführt? “The Gift” (ab Donnerstag im Kino) ist ein Psychothriller, der schleichend unter die Haut geht.

The Gift – Die Geschichte

Er kommt ohne direkte Brutalität und Blutvergießen aus, doch die Nerven liegen blank – und Alfred-Hitchcock-Fans dürften ihren Spaß haben. Es beginnt völlig harmlos: Der aufstrebende Manager Simon (Jason Bateman) und seine hübsche Frau Robyn (Rebecca Hall) haben nach dem Umzug von Chicago in den Hügeln von Los Angeles ihr Traumhaus gefunden. Mit einer tollen Aussicht durch die riesigen Fenster, die bis zum Boden reichen. Natürlich kann umgekehrt auch jeder unliebsame Besucher einen Blick hineinwerfen.

Auch das erste zufällige Zusammentreffen mit Gordo (Edgerton) lässt nichts Böses ahnen. Er läuft dem Paar beim Einkaufsbummel über den Weg. Heißen Sie nicht Simon? Wir waren zusammen auf der Schule, meint Gordo. Erinnert sich Simon wirklich nicht mehr? Oder ahnt er, dass der alte Schulkamerad ein dunkles Kapitel aus ihrer Jugend ans Licht bringen wird?

Ein kleines Geschenkpaket vor der Haustür, ein unangemeldeter Besuch. Gordo wird schnell lästig. Robyn hat Mitleid mit dem linkischen Einzelgänger, doch Simon reagiert gereizt. In der Schule sei der andere als “Gordo, der Spinner” bekannt gewesen. Mehr will er seiner Frau nicht erzählen. Doch sie forscht nach und erfährt mehr über den undurchsichtigen Gatten, als ihr lieb ist.

The Gift – Die Kritik

Gordo als rachsüchtiger Stalker und Simon als unschuldiges Opfer – diese anfängliche Rollenzuweisung kippt allmählich um, und “The Gift” wird zu einem spannenden Psychodrama mit einem unvorhersehbaren Ende. Die Gratwanderung zwischen Schockmomenten und komplexeren Fragen von Schuld und Sühne ist dem Regieneuling Joel Edgerton bestens gelungen. Der australische Schauspieler, aus Filmen wie “Black Mass”, “Exodus: Götter und Könige” und “Zero Dark Thirty” bekannt, glänzt nicht nur als Gordo, er gibt zugleich sein Regiedebüt. Zudem dachte er sich auch die Geschichte aus und schrieb das Skript.

Er wollte einen “intelligenten Thriller” drehen, sagte Edgerton vor dem US-Kinostart in San Francisco. Die Idee dafür habe er schon lange im Kopf gehabt: “Was passiert, wenn man einem Schüler, von dem man gemobbt wurde, zwanzig Jahre später über den Weg läuft.” Mit der Rollenbesetzung ist Edgerton ein weiterer Coup gelungen. Jason Bateman (46), aus Komödien wie “Kill the Boss” und “Voll abgezockt” bekannt, überrascht mit einer düsteren, berechnenden Seite.

Am Ende macht Gordo mit “The Gift” ein letztes, perfides Geschenk. 109 Minuten Anspannung werden von einem zweideutigen Finale gekrönt. Man darf sich auf das nächste filmische Geschenk von Regisseur Edgerton freuen.

(APA)

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