The Cranberries live in Wien: Melodisches Schwelgen in Erinnerungen

Von Amina Beganovic
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The Cranberries spielten das langersehnte Konzert im Wiener Gasometer.
The Cranberries spielten das langersehnte Konzert im Wiener Gasometer. - © EPA
Es war ein Abend des Wiedererlebens: Am Donnerstag gastierte die irische Kultband The Cranberries live im Wiener Gasometer, wo mit Fans gesungen, gelacht und der guten alten Zeiten gedacht wurde.

Kaum eine Band hat die Musikszene der 90er-Jahre so sehr geprägt wie The Cranberries. Die irische Formation bachte 1995 mit “No Need To Argue” eines der erfolgreichsten Alben dieser Dekade heraus. Die Single “Zombie”, die den Nordirlandkonflikt thematisiert, wurde zu einem der weltweit am häufigsten gespielten Radio-Songs – bis heute.

Mit ihren folgenden Alben “To The Faithful Departed” (1996), “Bury The Hatchet” (1999) und “Wake Up And Smell The Coffee” (2001) erschufen The Cranberries weitere globale Chartstürmer. Als 2004 die Veröffentlichung des nächsten Albums anstand, führte ein Todesfall in der Familie von Sängerin Dolores O’Riordan zum vorübergehenden Aus der Band.

Sechs Jahre später fanden sich The Cranberries schließlich erneut zusammen, um am 27. Februar 2012 endlich ihr sechstes Album “Roses” zu veröffentlichen. Grund genug für eine große Reunion-Tour – bei der sie am Donnerstag auch Halt im Gasometer Wien machten.

The Cranberries: Wie damals, und doch neu

Dolores O’Riordan zeigte an diesem Abend, dass sie nach all den Jahren noch immer Frontfrau durch und durch ist. Unverkennbar ihre klare, durchdringende Stimme, einzigartig ihr extravaganter (stellenweise vielleicht ein bisschen gewöhnungsbedürftiger) Tanzstil. Mit frecher blonder Kurzhaarfrisur und noch frecheren Bewegungen schickte sie sich an, das Publikum schon in den ersten Minuten im Sturm zu erobern.

The Cranberries verzichteten auf viel Bühnenprunk, ein paar Spots reichten aus, um das hervorragende Spiel von Noel und Michael Hogan, gemeinsam mit Schlagzeuger Fergal Patrick Lawler, zu untermalen. Zur großen Freude der alteingesessenen Fans wurde mit “Just My Imagination” eröffnet, gefolgt von weiteren Evergreens wie “Linger”, “I Can’t Be With You” oder “Salvation”.

Sängerin O’Riordan stand nur selten still, zu beschäftigt war sie damit, das Publikum beim lauten Mitsingen zu dirigieren. Drei Mal gönnte sie sich jedoch ein kurzes Verschwinden von der Bühne –  um in neue, noch ausgefallenere Outfits zu schlüpfen.

Wien schwelgte in Erinnerungen im Gasometer

Es zeigte sich deutlich, dass die Fans vor allem bei den älteren Liedern der Iren in freudige Stimmung kamen. Zwar gab es verdienten Applaus bei den wenigen Live-Versionen von “Roses” an dem Abend, wie etwa “Fire & Soul”, “Show Me” oder “Losing My Mind” – jedoch war es kein Vergleich mit der Euphorie, die hervorbrach, als schließlich “Zombie” live angestimmt wurde.

Mit “Dreams” beendete die Band schließlich die Zugabe und stahl sich fast ein bisschen zu schnell von der Bühne – nicht aber ohne das Versprechen, nach Wien zurückzukehren.

The Cranberries lieferten an dem Abend genau das, was Fans sich erhoffen konnten: Einen Sound, der an vergangene musikalische Hochjahre erinnert, und dabei genau so bewegend klingt wie schon damals.

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