“The Black Cat” live: Zucchero rockte die Wiener Stadthalle

Zucchero gab in der Stadthalle Vollgas.
Zucchero gab in der Stadthalle Vollgas. - © APA/Herbert Pfarrhofer
Zucchero auf “Black Cat”-Tour: Das ist live wohl der allerbeste Zucchero in der langen Karriere des 61-Jährigen. Davon konnten sich die Wiener Fans am Dienstagabend überzeugen.

Jemand, der als Adelmo Fornaciari geboren wurde, darf auch ein Stadthallen-Konzert mit einem Poem (“La Solitudine”) eröffnen – und jemand, der als Italo-Rocker Zucchero berühmt geworden ist, darf es gleich darauf mit “Partigiano reggiano” als Opener richtig krachen lassen.

Neues Album “Black Cat”

Mit dem neuen Album “Black Cat” hat sich der Italiener der musikalischen Wurzeln von Rhythm and Blues in den US-Südstaaten besonnen. Auf der Bühne bilden die neuen Songs “Chapter One” des zweieinhalbstündigen Auftritts. Und da sind gleich einige einprägsame Stücke dabei, etwa das soulige “Ten More Days” oder “Hey Lord” mit einem Gospel-Intro und “L’anno dell’ amore”, bei dem die britische Keyboard-Legende Brian Auger – mittlerweile frische 77 – hemmungslos auf der Hammon-Orgel groovt.

“Für ‘Chapter Two’ gehen wir jetzt weit zurück”, kündigte Zucchero danach lächelnd an – und bot einen Querschnitt aus den Jahrzehnten seiner Karriere, das meiste davon aber deutlich aufgepeppt und rockiger. So messerscharf hat man etwa “Baila (Sexy Thing)” wohl überhaupt noch nie gehört. In Wien verzichtete Zucchero – anders als bei seinen elf (!) En-Suite-Konzerten in der Arena di Verona in den vergangenen Tagen – auf ein Akustik-Solo-Set. Dafür schenke er den rund 6.000 Fans in der bestuhlten Stadthalle – die es da ohnedies nicht mehr auf den Sesseln hielt – seinen Super-Hit “Senza una donna” – und Luciano Pavarotti, der mit Stimme und Video bei “Miserere” eingespielt wurde.

“Diavolo in me”: Zucchero heizte den Fans ein

Großen Anteil an diesem druckvollen Zucchero, dessen Songs jetzt wirklich wie ein mächtiges Soundgewitter auf das Publikum niederdonnern, hat seine neue Live-Band (“die beste, die ich je hatte”). Neben Tasten-Künstler Brian Auger sind da Musikerinnen und Musiker dabei, die gehörig für Power sorgen: etwa Prince-Schlagzeugerin Queen Cora Dunham, Gitarristin Kat Dyson (als Mitglieder der New Power Generation ebenfalls mit Prince-Vergangenheit), zwei Bläser aus Kuba und nicht zuletzt die in jeder Hinsicht gewichtige Background-Sängerin Tonya Boyd Cannon aus News Orleans.

“Chapter Three” war dann ein einziger Triumphzug, eigentlich ein riesiges Zugaben-Set, gekrönt vom köstlich-fetzigen “Diavolo in me” in der englischen Version – ein beinahe apokalyptischer Gospelsong, der inhaltlich aber eher nicht für die Kirche geeignet ist. Ganz zum Schluss gab’s dann noch die stimmungsvolle Korgis-Ballade “Everybody’s Got To Learn Sometimes” in bester Joe Cocker-Manier. Fazit des Abends für die drei noch ausstehenden Termine der Österreich-Tour: Hingehen, es lohnt sich!

>> Zucchero live: Die weiteren Termine der Österreich-Tour von Zucchero: 5.10. Olympiahalle Innsbruck, 7.10. Salzburgarena, 9.10. Stadthalle Graz.

(APA)

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