Test aus Wien ermöglicht Messung der Schimmel-Belastung

Test aus Wien ermöglicht Messung der Schimmel-Belastung
Sporen von Schimmelpilzen gelten als aggressive Allergieauslöser. Dabei ist, wie Vortests und internationale Vergleiche zeigen, jede dritte Wohnung in Österreich mit Schimmelsporen belastet.

Ein von den Austrian Research Centers in Seibersdorf (ARC) und der AQA Wassermarketing GmbH entwickelter neuer Lufttest zur Messung der Schimmelbelastung in Innenräumen, der am Freitag in Wien präsentiert wurde, soll nun einen einfachen, vom Endverbraucher leicht durchzuführenden „Schimmel-Check“ der eigenen Wohnung oder des Arbeitsplatzes ermöglichen. Vertrieben wird der Test über eine Drogeriemarkt-Kette.

Der unter dem Namen „Schimmel Check“ vertriebene Test, seit 1. Oktober um 59,90 Euro im dm drogerie markt erhältlich, besteht aus drei mit einem Nährboden versehenen Schalen. Eine soll in unmittelbarer Nähe der sichtbaren oder vermeintlichen Schimmelquelle, eine zweite in größtmöglicher Distanz zu dieser und eine dritte im Außenbereich, etwa am Fensterbrett oder am Balkon, platziert werden.

Nach vier bis sechs Stunden wieder eingesammelt, sind die Schalen per Post an das Untersuchungslabor der ARC zu schicken. Binnen zehn Tagen bekommt der Konsument das Ergebnis geliefert. Georg Habenauer von der ARC betonte die hohe Qualitätssicherung des Verfahrens, das sowohl Ausmaß als auch Art des Schimmelpilzes erfasst. Der Test gibt auch darüber Auskunft, ob eine spezifische Schimmelquelle existiert, die eine Gefährdung der Gesundheit darstellt, oder die Umgebung generell belastet ist.

Schimmelsporen in höheren Konzentrationen können allergische Reaktionen, beim Menschen mit geschwächtem Immunsystem auch schwere Krankheiten (Mycosen) auslösen. Typische allergische Reaktionen können Reizungen und Entzündungen der Augen und Atemwege, Husten und Atembeschwerden, Hautreizungen, Schnupfen etc. sein.

Die häufigste Ursache für starkes Schimmelpilzwachstum in Innenräumen ist Feuchtigkeit. Falsches Lüftungs- bzw. Heizverhalten, Wassereintritt und Feuchteschäden in Gebäuden und baubedingte Mängel wie Wärmebrücken können das Wachstum von Schimmel begünstigen. Bei einem positiven Testbefund empfehlen die Experten, die Schimmelquelle zu identifizieren, die Hausverwaltung zu kontaktieren, bei Beschwerden – mit dem Testergebnis – zum Lungen- oder Hautarzt zu gehen und die Ursache durch Entfernung und Sanierung zu beseitigen. Schimmelentferner würden nur oberflächlich den Schimmel beseitigen und mache für eine langfristige Lösung wenig Sinn, heißt es seitens der Experten, die auch empfehlen, Hausstaub als eine große Schimmelquelle zu beseitigen.

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