TBC-Verdacht in Parlament in Wien: Mann in Behandlung

TBC-Verdachtsfall in der Parlamentsdirektion
TBC-Verdachtsfall in der Parlamentsdirektion - © APA (Sujet)
Wegen des Verdachts auf offene Tuberkulose befindet sich nun ein Mitarbeiter der Parlamentsdirektion in stationärer Behandlung im Krankenhaus.

Das zuständige Wiener Gesundheitsamt wurde von der meldepflichtigen Krankheit informiert, alle Schritte zur weiteren Abklärung in die Wege geleitet, bestätigte eine Sprecherin einen Bericht der Gratiszeitung “Heute”.

TBC-Fall im Wiener Parlament

Der Betroffene hatte sich nach seiner Untersuchung umgehend telefonisch im Parlament gemeldet und über den TBC-Verdacht informiert. Sollte sich dieser bestätigen, werden die Gesundheitsbehörden u.a. erheben, wo und mit wem der Kranke unmittelbar zusammengearbeitet hat.

Tuberkulose wird am häufigsten über die Luft übertragen, doch eine unmittelbare Ansteckungsgefahr besteht nur, wenn in einem geschlossenem Raum mehr als acht Stunden ein enger Kontakt mit dem Erkrankten stattgefunden hat. Alle Abgeordneten sowie die Mitarbeiter der Parlamentsdirektion wurden bereits über den TBC- Verdacht informiert. Ihnen steht ein medizinischer Informationsdienst für Fragen zur Verfügung.

Tuberkuloseerkrankungen rückläufig

In Österreich ist die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen seit vielen Jahren ständig rückläufig. 2013 wurden 649 Tuberkulosefälle registriert. Das entspricht einer Erkrankungshäufigkeit von 7,66 pro 100.000 Einwohnern. Die meisten Erkrankungen – 14,5 pro 100.000 Einwohner – wurden in Wien registriert. “Die rückläufige TB-Inzidenz (Neuerkrankungen pro 100.000 Personen und Jahr; Anm.) bei österreichischen Staatsbürgern setzte sich weiter fort, bei Personen mit nicht-österreichischer Staatsangehörigkeit blieb diese stabil”, schrieb die Fachgesellschaft der Lungenärzte anlässlich des Welt-Tuberkulosetages 2015. Jahr davor (2014) erkrankten in Wien 141 Personen an ansteckender Tuberkulose.

Übertragung von TBC

Tuberkulose wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Befallen TBC-Erreger die Lunge, versucht das menschliche Immunsystem, diese in Schach zu halten. Wenn die Bakterien schlummern, handelt es sich um eine geschlossene Tuberkulose. Ist das Immunsystem schwach, macht sich die Infektion bemerkbar. Dann wird von einer offenen, infektiösen Tuberkulose gesprochen. Ansteckend ist TBC, sobald die Bakterien den Weg in die Bronchien gefunden haben und über die Atemwege abgesondert werden. Eine nicht diagnostizierte offene TBC-Infektion muss nicht tödlich enden, kann jedoch laut Medizinern innerhalb einiger Tage oder Wochen zum Tod führen.

(APA)

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