“Tatort”-Leichen: Nach Rekordjahr extremer Rückgang

Am "Tatort" ging es dieses Jahr weniger blutig zu
Am "Tatort" ging es dieses Jahr weniger blutig zu - © APA (dpa)
Im “Tatort” wurde im Jahr 2017 seltener gestorben: Die Fan-Seite “” zählte heuer lediglich 85 Leichen – ein extremes Minus im Vergleich zum Vorjahr, als es mit 162 Krimi-Toten eine Rekordzahl gab.

Die “Tatort”-Folge mit den meisten Leichen – nämlich sechs – war in diesem Jahr demnach der Kiel-Krimi “Borowski und das dunkle Netz”. Jeweils fünf Leichen zählte “Tatort-Fundus”-Experte Francois Werner in der Dortmunder Folge “Sturm” und im Stuttgarter RAF-Krimi “Der rote Schatten”. In beiden Krimifolgen könnten demzufolge noch mehr Leichen entstanden sein, da in den Filmen unübersichtliche Situationen vorkommen – nach einer Explosion (Dortmund) oder einer SEK-Aktion (Stuttgart). Das bleibt aber dramaturgisch und auch in der Statistik offen.

Als Leiche explizit nicht gezählt wurde Kommissar Daniel Kossik (Stefan Konarske), der im Film “Sturm” schwer verletzt wurde. Schauspieler Konarske kündigte an, beim Dortmunder “Tatort” auszusteigen. Ob die Figur Kossik tot ist, erfährt der Zuschauer erst im Februar in der nächsten Dortmunder Folge “Tollwut”.

Das Jahr 2017 ist nach drei sehr leichenreichen “Tatort”-Jahrgängen wieder ein einigermaßen normales Krimijahr, bei dem es in vielen Filmen nur zu einem Mord oder wenigen Todesfällen kommt. Im Jahr 2016 hatte es die Rekord-Leichenzahl von 162 in 37 Filmen gegeben, 2015 waren es 111 Leichen in 40 Krimis. 2014 wurden 150 Tote in 36 Filmen gezählt. Im Jahr 2013 waren es 73 Tote in 36 Filmen, 2012 88 Tote in 35 Filmen.

Auch die Todesarten wurden wieder analysiert: Erneut wurden die meisten Opfer erschossen – und zwar 24. Erstickt oder erwürgt wurden acht Filmfiguren. Sechsmal wurde jemand erschlagen, fünfmal erstochen.

In zwei Fällen führte das Handeln der Ermittlerfigur zum Tode: Um die Ermordung eines Politikers zu verhindern, erschoss Bundespolizist Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) im Film “Dunkle Zeit” eine Frau. Im Krimi “Borowski und das dunkle Netz” setzte Sarah Brandt (Sibel Kekilli in ihrem letzten Kiel-“Tatort”) in Notwehr eine Tierfalle ein, um sich selbst zu schützen.

In zwei Folgen blieb außerdem die Zuschauererwartung nach Aufklärung des Verbrechens unbefriedigt: im Krimi “Der Fall Holdt” mit Maria Furtwängler sowie in der Frankfurter Folge “Land in dieser Zeit”.

Gar keinen Mord gab es im Franken-“Tatort” mit dem Namen “Am Ende geht man nackt”. Dort stellte sich der Tod einer Asylbewerberin in einer Bamberger Unterkunft als Unglücksfall heraus. Auch in der Wiener Folge “Schock” gab es keinen Mordfall – Major Moritz Eisner und seine Kollegin Bibi Fellner gingen vielmehr Drohungen einer Internet-Videobotschaft nach und hatten es mit einem zurückliegenden Suizid zu tun, außerdem erschoss die Polizei einen Verdächtigen.

Die früheste Leiche in den eineinhalbstündigen Krimis registrierte Experte Werner im Kölner Krimi “Tanzmariechen”, in dem nach 100 Sekunden ein Mädchen tödlich in den Rhein sprang. Die “späteste Leiche” gab es 2017 erst nach 76 Minuten: die Bankiersgattin im Entführungskrimi “Der Fall Holdt”. Der Film lehnte sich an den realen Fall Bögerl aus dem Jahr 2010 an.

(APA/dpa)

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